Aktuelle Meldungen der Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V.

Jagdhorn-Konzert des Jagdhornbläserkorps „ Das große Freie“

 

„Auf, auf zum fröhlichen Jagen“

 

Samstag, 10.09.2016 um 19:00 Uhr in der St.Osdag Kirche in Mandelsloh

 

Warum das Jagdhornbläserkorps “Das Große Freie” seinen Namen trägt

Dazu ist es notwendig, einen kleinen Ausflug in die Geschichte zu machen. Östlich von Hannover gab es bis in das Mittelalter große zusammenhängende Waldflächen. Eine alte Überlieferung sagt, dass ein Eichhörnchen von Hannover nach Braunschweig durch die Wipfel springen konnte, ohne irgendwo den Boden zu berühren. Diesen Wald nannte man den Nordwald und die Menschen, die in den Dörfern auf Rodungsflächen und südlich dieses Waldes siedelten, nannte man bereits im Mittelalter „Die Freien vor dem Nordwald“. So geht es aus einer Urkunde des Bischofs von Hildesheim aus dem Jahre 1236 hervor. Die Bewohner dieser Dörfer vor dem Nordwald hatten bereits damals besondere Rechte. Sie waren von Abgaben gegenüber dem König befreit, konnten über ihren Grundbesitz frei verfügen, durften Bier und Branntwein brauen, die Hoch- und Niederwildjagd ausüben, Schützenfeste veranstalten und hatten auch eine eigene Gerichtsbarkeit. Die Gegenleistung für diese Freiheiten war die Leistung des Wehrdienstes, zu dem jedes Dorf eine festgelegte Anzahl von Soldaten zu stellen hatte. Um 1200 gingen die Orte als Teil der "Großen Grafschaft" auf die Grafen zu Lauenrode über, die unter der Lehnsherrschaft der Hildesheimer Bischöfe standen, bis die braunschweigisch/lüneburgischen Welfen 1248 das Gebiet erwarben. Zwischen ihnen und den Bischöfen entbrannten in den folgenden Jahrhunderten wiederholt Kriege um das Gebiet der Freien. Aus den Dörfern wurde die Amtsvogtei Ilten gebildet, die zunächst Verwaltungsbezirk der Herzöge von Lüneburg und später des Königreiches Hannover war. Vor 120 Jahren gingen dann die Verwaltungsgeschäfte auf das Amt Burgdorf, den späteren Landkreis Burgdorf, über. Das Amtshaus in Ilten wurde nicht mehr benötigt und von den „Freien“ an den Gründer des Klinikums Wahrendorff verkauft.

 Die 14 Dörfer des Großen Freien gehören heute zu den Städten Lehrte und Sehnde. Jeweils eine Ortschaft liegt in Hannover und in Hohenhameln. Mit der Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahr 1974 verlor dann auch der Landkreis Burgdorf seine Eigenständigkeit und wurde Teil des Landkreises Hannover, dessen Aufgaben, u.a. die der Jagdbehörde, seit 2001 die Region Hannover weiterführt.

Der Name des Großen Freien wird in einer Schützenbruderschaft dieser Orte und in dem Hegering „Das Große Freie“ der Jägerschaft Burgdorf als Erinnerung an die Geschichte dieses Gebietes fortgeführt.

(Zusammenfassung: J. Kollecker)

 

Weitere Informationen unter http://jagdhorn-dgf.de/

 

Schwarzwild – wie sich die Rotten zusammensetzen

 

Schwarzwild vermehrt sich teils rasant, wie die steigenden Streckenzahlen zeigen. Warum die Anzahl der Rottenmitglieder trotzdem nicht ins Unermessliche wächst, erklärt Biologin Dr. Nina Krüger anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.

 

Um eine Wildart wie unser Schwarzwild erfolgreich und waidgerecht bejagen zu können, ist es notwendig, nicht nur das Wild zu kennen, sondern es auch zu verstehen. Schwarzwild lebt in sozialen Gruppen, die sich vorrangig aus verschiedenen Generationen weiblicher Individuen zusammensetzen. Für viele Säugetiere ist die Bindung zwischen Muttertieren und ihrem weiblichen Nachwuchs auch nach der Säugephase ein wichtiger Teil des sozialen Verhaltens und nimmt Einfluss auf die genetische Verteilung innerhalb einer Population.

 

BACHEN UND FRISCHLINGE

Normalerweise ergeben sich beim herdenbildenden Schalenwild die sozialen Gruppen aus relativ ortstreuen weiblichen Tieren. Bekannt ist dies nicht nur vom Schwarzwild, sondern auch vom Rot-, Dam- und Muffelwild. Faktoren, die den Zusammenhalt beeinflussen, sind ökologischer und demografischer Natur und beziehen sich vor allem auf den Jagd- oder Beutegreiferdruck, das Vorhandensein von Deckung, das Nahrungsangebot sowie die Populationsdichte. Wenn die Kosten für den Zusammenhalt einer Rotte oder eines Rudels den tatsächlichen Nutzen übersteigen würden, hätte dieser keinen Bestand. Besonders bei Arten, die sich bereits im Jährlingsalter fortpflanzen können wie das Schwarzwild, bei dem immer häufiger beobachtet wird, dass sogar Frischlingsbachen beschlagen werden, ist das Vorhandensein ausreichender Ressourcen eine treibende Kraft für den Zusammenhalt von Rotten und für das Abwandern einzelner Tiere.

Sauen sind anders

Das Schwarzwild nimmt unter den heimischen Schalenwildarten eine Sonderstellung ein, weil es pro Jahr deutlich mehr ls ein oder zwei Nachkommen haben kann, von denen wiederum mehrere oder sogar alle weiblich sein können. Bei der bekannten Vermehrungsrate von Sauen würden Rotten unter günstigen Bedingungen schnell zu mehreren hundert Individuen heranwachsen, wenn es nicht Faktoren gäbe, die immer wieder Stücke abwandern ließen. Um dies zu untersuchen, haben Biologen sich mit der Frage beschäftigt, aus welchen Verwandtschaftsverhältnissen Rotten zusammengesetzt sind und was sie verbindet oder auseinanderbrechen lässt. In einer Studie der Universität von Paris stellten Wissenschaftler fest, dass in einem zwölfjährigen Zeitraum 79 Prozent der Überläuferbachen in ihrer Geburtsrotte verblieben, während 21 Prozent abwanderten. Dabei verhielten sich alle weiblichen Überläufer einer Rotte immer gleich, entweder verblieben sie alle bei ihrer Rotte oder sie wanderten gemeinsam ab – warum, folgt später.

300 % kann die Zuwachsrate einer Schwarzwildpopulation innerhalb eines Jahres betragen.

 

ZEITLICHE SCHWANKUNGEN

Der Zusammenhalt einer Rotte wird nicht nur von den vorhandenen Ressourcen bestimmt, sondern unterliegt auch jahreszeitlichen Schwankungen. Vor allem, weil Bachen sich kurz vor dem Frischtermin von der Rotte absondern und während der ersten Phase nach dem Frischen nur losen Kontakt zu weiblichen Verwandten halten. Dies destabilisiert die feste Rottenstruktur, die im Winter bestand. Während in der französischen Studie Bachen im Februar noch eine recht enge Bindung zu ihren weiblichen Frischlingen des Vorjahres hatten und meist in derselben sozialen Gruppierung anzutreffen waren, änderte sich die Rottenzusammensetzung im März, wenn sich die älteren Bachen dem Frischtermin näherten.

 

FRISCHLINGE IN ÜBERLÄUFER-ROTTEN

Ab April waren die Frischlinge des vorherigen Jahres vermehrt in Überläufertrupps unterwegs und zeigten eine weniger enge Bindung zu erwachsenen Tieren. Bis zur Entwöhnung der Frischlinge blieb dieses Verhalten weitgehend konstant. Häufig trennten sich nun zuvor laktierende Bachen für eine gewisse Zeit sogar von ihrem jüngsten Nachwuchs, vermutlich um den vorherigen Fraßmangel auszugleichen, denn eine Massezunahme vor der Rauschzeit ist von Bedeutung, damit die Rausche einsetzen kann. Erst wenn ein geeignetes Körpergewicht erreicht war, wurden die sozialen Bindungen innerhalb der Rotte wieder fester und waren mit Beginn der Jagdsaison im Novemberwieder so eng wie zu Beginn des Jahres.

32% der Bachen, so ein Ergebnis der französischen Studie, werden als Frischlinge beschlagen.

 

JUNGE MÜTTER SIND MOBILER

Die sozialen Charakteristika eines Rottenmitglieds hingen vom Geburtstermin ab. Mütter von abwandernden Frischlingen frischten durchschnittlich einen Monat vor solchen, deren Nachwuchs in der Rotte verblieb. Insgesamt wanderten Überläuferbachen seltener aus Rotten mit wenigen weiblichen Nachkommen ab. Im Studienzeitraum wurden 32 Prozent der Bachen schon in ihrem ersten Lebensjahr beschlagen. Innerhalb einzelner Rotten variierte der Anteil an Überläuferbachen zwischen 33 und 100 Prozent. Interessant ist es zu beobachten, dass junge Bachen, die in ihrer Geburtsrotte verblieben, deutlich seltener schon als Frischling oder Überläufer beschlagen wurden als solche, die sich früh von ihrer Rotte trennten. Weibliche Überläufer, die sich von ihren Mutterrotten trennten, bildeten zusammen mit ihren Schwestern und Cousinen einen neuen Rottenverband, in dem mindestens eines der Stücke frischte. Dabei spielte die Anzahl der neuen Rottenmitglieder keine größere Rolle.

 

FAMILIÄRE ROTTEN-STRUKTUREN

Innerhalb der fanzösischen Studie wurde nie beobachtet, dass sich nicht miteinander verwandte Tiere zusammentaten. Es wurde jedoch beobachtet, dass abwandernde und reproduzierende Überläuferbachen zu einem überwiegenden Anteil im vorangegangenen Jahr von bereits erwachsenen Bachen gefrischt wurden. Allgemein war die Wahrscheinlichkeit also höher, dass Bachen, die von bereits erwachsenen Bachen gefrischt wurden, sich selbst früh fortpflanzten. Da diese in der Regel früher im Jahr auf die Welt kamen, stand ihnen ein längerer Zeitraum zur Verfügung, um das relevante Gewicht zum Erreichen der Geschlechtsreife noch im ersten Lebensjahr zu erlangen. Frischlinge, die sich im folgenden Jahr nicht fortpflanzten und bei ihren Müttern verblieben, waren meist erst deutlich in der zweiten Maihälfte gefrischt worden.

 

VORTEIL WENIGER TÖCHTER

Vermutlich sind die Vorteile für die einzelnen Individuen in Gruppen mit weniger Töchtern größer als in solchen mit vielen Töchtern. Zwar profitieren sämtliche Rottenmitglieder von einem längerfristigen Zusammenschluss, überschreitet aber der Energieaufwand des Zusammenhalts den Nutzen, so brechen die Verbindungen auseinander.  Einer der Vorteile des Zusammenschlusses ist die Mithilfe des vorjährigen Nachwuchses bei der Aufzucht der neuen Generation, zum Beispiel durch eine vermehrte Wärmespendung der empfindlichen Frischlinge, bei ihrer Beaufsichtigung und bei der Verteidigung von Ressourcen. Diese Vorteile sind für erstgebärende Bachen entscheidender als für solche, die schon mehrfach gefrischt haben.

21% der Überläuferbachen verlassen ihre Geburtsrotte zusammen mit Schwestern und Cousinen.

 

JUNGE SAUEN BINDEN SICH STÄRKER AN DIE ROTTE

Hinzu kommt, dass Bachen von jüngeren Müttern oft später im Jahr gefrischt werden und ein eventuelles Fraßdefizit durch eine stärkere Mutter-Tochter-Bindung kompensiert werden kann. Daher verbleiben die weiblichen Nachkommen jüngerer Mütter häufiger im Rottenverband als die älterer Bachen. Dies ist übrigens auch vom Rotwild bekannt.

Auf der anderen Seite scheinen jüngere Mütter durch diese stärkere Bindung ein Fehlen an Erfahrung und sozialem Rang zu kompensieren. Außerdem zeigen Studien, dass Mütter, die nicht laktieren, etwa weil sie ihren Nachwuchs verloren haben, sich ebenfalls stärker mit Töchtern des Vorjahres zusammenschließen. Bei Schwarzwild zeigen Studien jedoch auch, dass so gut wie alle weiblichen Stücke an der Reproduktion teilnehmen, wenn sie ein bestimmtes Gewicht erreicht haben.

 

 

EINE GENERATION –  EIN VERHALTEN IN DEN ROTTEN

Besonders interessant ist die Tatsache, dass sich die weiblichen Nachkommen einer Generation immer gleich verhielten, sie blieben entweder alle bei der Rotte oder aber verließen diese gemeinsam. Zu erklären ist auch dies mit den Kosten und dem Nutzen. Denn verlässt eine Überläuferbache gemeinsam mit ihren Schwestern und Cousinen die Rotte, reduziert sich für sie das Risiko erheblich, erbeutet zu werden. Die Entscheidung, den Rottenverband zu verlassen, hängt mit der Altersstruktur der Rotte zusammen. Wobei eher das Verhältnis von jungen zu alten Bachen der ausschlaggebende Faktor zu sein scheint als die absolute Anzahl an jungen und alten Bachen. Je höher der Anteil an weiblichen Überläufern war, desto höher war auch die Wahrscheinlichkeit ihrer Absonderung und Bildung einer eigenen Rotte.

 

ZWECKGEMEINSCHAFTEN IN ROTTEN

Obwohl in dem französischen Untersuchungsgebiet während der Herbst- und Wintermonate gejagt wurde, schienen die Rottenstrukturen weitgehend stabil zu bleiben und sich nur aus verwandten Individuen unterschiedlicher Generationen zusammenzusetzen. Italienische Forscher beobachteten hingegen, dass sich Frischlings- sowie Überläuferbachen auch ohne Verwandtschaftsverhältnis in der Nähe älterer, erfahrener Bachen aufhielten, wobei eine längere Verbindung weit über das erste Lebensjahr hinaus selten festgestellt werden konnte. Solche Zusammenschlüsse wurden als ein Resultat der dortigen starken Verfolgung durch kooperativ jagende Beutegreifer wie Wölfe oder menschliche Jäger interpretiert. Auch ohne Verwandtschaftsverhältnis stellen sie nämlich einen Vorteil für alle Beteiligten dar. Besonders wenn Leitbachen freigegeben wurden, wie in dem italienischen Studiengebiet, wurde beobachtet, dass ihr Verlust zu einer starken Veränderung der Rottenstruktur und der Verwandtschaftsverhältnisse in einzelnen Rotten führte.

 

SOZIALER ZUSAMMENHALT IN DEN ROTTEN

Die Stärke der sozialen Bindung der einzelnen Rottenmitglieder zueinander unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen. Besonders stark ist der Zusammenhalt über die Wintermonate, in denen gejagt wird. Während der Zeit des Frischens im März und April, aber auch im Oktober, ist die Bindung zu den vorjährigen Nachkommen und Verwandten am schwächsten ausgeprägt.

EU-Liste invasive Arten: Jäger fordern Unterstützung

 

Die Europäische Union (EU) hat den Waschbär in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen, deren primäres Ziel die Eindämmung der Arten ist.

 

Die Europäische Union (EU) hat den Waschbär in die Liste der invasiven, gebietsfremden Arten aufgenommen, deren primäres Ziel die Eindämmung der Arten ist.


Der Deutsche Jagdverband (DJV) befürwortet diese Entscheidung. "Da der Waschbär dem Jagdrecht unterliegt sind Jäger kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Reduzierung von Wildtierbeständen in der Fläche geht", sagt Dr. Jürgen Ellenberger, DJV-Präsidiumsmitglied und zuständig für Neozoen. "Aber öffentliche Aufträge bedürfen öffentlicher Mittel." Der DJV fordert eine finanzielle Unterstützung der Jäger. Dies könnte etwa das Bezuschussen von Fallen, elektronischen Fallenmeldern und Fahrtgeld sein, denn Fangjagd ist zwar eine äußerst effektive Jagdart, aber sehr kosten- und zeitaufwändig.


Die Bemühungen der EU werden jedoch im Moment von einigen Bundesländern mit neuen Jagdgesetzgebungen konterkariert: In Hessen etwa ist die Jagdzeit des Waschbären auf den Zeitraum vom 1. August bis zum 28. Februar reduziert worden. "Dies ist völlig unpraktikabel, da die Tiere in der Hälfte der Zeit sehr inaktiv und damit kaum zu bejagen sind", ist Ellenberger überzeugt. Die Bejagung von Jungwaschbären fällt so ebenfalls weg. Um eine Art einzudämmen, ist gerade das Entnehmen des Nachwuchses nötig. In anderen Bundesländern ist die Fangjagd prinzipiell verboten, wie etwa in Berlin. Jäger sprechen sich jedoch gegen einen Vernichtungsfeldzug aus: Der Elterntierschutz gilt auch für invasive Arten – Waschbärmütter, die Junge versorgen müssen, dürfen auch künftig nicht bejagt werden.

 

Ausrottung des Waschbären unmöglich


"Eines muss klar sein: Es ist nicht möglich, den Waschbären aus Deutschland wieder zu entfernen. Er hat sich etabliert und wird Deutschland auch weiter erobern", sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Wir können jedoch beeinflussen, wie schnell er sich ausbreitet und wie stark sein räuberischer Einfluss auf die heimische Tierwelt ist. Die bisher vorliegenden Daten sind alarmierend: Seit 2005 beobachten Forscher in Brandenburg einen vehementen Bestandsrückgang der Europäischen Sumpfschildkröte. Wo der Waschbär vorkommt, weist nahezu jedes zweite Reptil schwere Verletzungen auf, wie abgebissene Gliedmaßen und Schwänze. In Thüringen macht der Waschbär dem Uhu die Brutplätze streitig. Er besetzt zwischenzeitlich jeden zweiten potenziellen Brutplatz. Außerdem liefern die Jäger über ihr WILD-Monitoring (Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands) seit 2006 wertvolle Daten zur Ausbreitung des Waschbären 2006 wertvolle Daten zur Ausbreitung des Waschbären. Demnach hat der Waschbär sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt jetzt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (46 Prozent).


„Wenn wir die heimische Artenvielfalt erhalten wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensräume erhalten und verbessern sowie Fressfeinde reduzieren“, sagt Dr. Jürgen Ellenberger. Angesichts der rasanten Ausbreitung räuberisch lebender, gebietsfremder Arten und dem fortschreitenden Lebensraumverlust etwa für Arten der Offenlandschaft und Feldflur fordert der DJV eine flächendeckende Bejagung. Dies schließt auch urbane Räume mit ein.

 

Käseglockennaturschutz veraltet


Völlig gegenläufig sind die derzeitigen politisch motivierten Bemühungen, in Kernarealen von Schutzgebieten die Jagd auf Waschbären auszusetzen. "Es ist absurd, dass wir auf der einen Seite über Beseitigungsfeldzüge gegen invasive Arten diskutieren und auf der anderen Seite großflächig eine Bejagung von Prädatoren in keiner Weise stattfindet", so Ellenberger. Besonders Flächeneigner wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sollten sich dringend überlegen, ob sie ihrem Verständnis von aktivem Artenschutz überhaupt noch gerecht werden können. Gleiches gilt für Flächeneigner wie NABU und BUND. "Das gesamte Schutzgebietssystem und das derzeitige Konzept des Artenschutzes in Deutschland gehören auf den Prüfstand", fordert Ellenberger.

 

Schluss mit dem Etikettenschwindel beim NABU


Der DJV fordert Naturschutzverbände vor dem Hintergrund der EU-Entscheidung auf, sich zur Fangjagd zu bekennen und auch auf Bundesebene intensiver mit Jägern zu kooperieren: Auf Bundesebene positioniert sich der NABU "gegen den Fallenfang im Rahmen der Jagdausübung", findet dieses Mittel aber legitim im Rahmen des "Wildtiermanagements" und setzt es bundesweit in Projekten ein. "Dem Fuchs ist es egal, ob auf der Falle ‚Jagd‘ oder ‚Wildtiermanagement‘ steht. Das ist moderner Etikettenschwindel", fasst Dr. Ellenberger zusammen.


Im Amtsblatt der Europäischen Union wurde am 14. Juli eine Liste mit 37 invasiven, gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten veröffentlicht; rechtskräftig wird diese am 3. August 2016. Diese Liste ist in Verbindung mit einer seit Januar in Kraft getretenen Verordnung der EU zu sehen, die Mitgliedsstaaten zu verstärkten Bemühungen gegen die Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Arten verpflichtet.

 

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©RS - Der Präsident des LJV Brandenburg Dr. Dirk-Henner Wellersdorf findet gegenüber den Grünen im Landtag klare Worte zum Thema Halbautomaten.

Jägerpräsident schießt gegen grüne Verbotsforderung

 

Bundesinnenminister De Maizière sorgt mit einer Aussage für Stirnrunzeln bei Waffenbesitzern und die Grünen fordern ein generelles Verbot von halbautomatischen Waffen. Der Chef der Brandenburger Jäger nimmt Stellung.

 

 

 

 

 

Der Präsident des LJV Brandenburg Dr. Dirk-Henner Wellersdorf findet gegenüber den Grünen im Landtag klare Worte zum Thema Halbautomaten.

In einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' werden geplante Maßnahmen des Bundesinnenministeriums zur Terrorabwehr vorgestellt. Minister Dr. Thomas De Maizière will das Aufenthaltsrecht verschärfen, Flüchtlinge genauer überprüfen und Extremisten die deutsche Staatsbürgerschaft entziehen. Gleichzeitig soll aber auch das Waffenrecht geändert werden. Auf EU-Ebene müsse der Umbau von Schreckschuss- und deaktivierten Waffen in scharfe Waffen besser verhindert werden. Und: Die Aufbewahrung legaler Waffen will De Maizière verschärfen. Was das im Einzelnen heißt, wurde bisher nicht bekannt.

Währenddessen wird die brandenburgische Landtagsfraktion der Grünen 'präziser'. Sie fordert ein absolutes Verbot von halbautomatischen Waffen für Jäger und Sportschützen. Weiter will der Vorsitzende der Partei, Axel Vogel, den Einzug sämtlicher Selbstlader, die sich in Privatbesitz befinden. Vogel fordert die Landesregierung auf, dafür eine Bundesratsinitiative auf den Weg zu bringen. Dazu meldete sich jetzt der Präsident des Landesjagdverbandes zu Wort. Hier der Offene Brief im Wortlaut:

 

 

Sehr geehrter Herr Vogel,
 
in Ihrer Pressemeldung vom 25. Juli fordern Sie im Namen Ihrer Fraktion das generelle Verbot halbautomatischer Waffen. Als Begründung verweisen Sie auf die tragischen
Ereignisse in Paris, Orlando und München. Auch mich als Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg, der rund 9.600 Jägerinnen und Jäger und somit legale Waffenbesitzer vertritt, treibt die Sorge um die Sicherheit und den Schutz vor Straftaten mit terroristischem Hintergrund um. Die von Ihnen geforderten Maßnahmen gehen jedoch klar am Ziel vorbei. Ein generelles Verbot halbautomatischer Waffen oder die zentrale Lagerung von Waffen sorgt nicht für zusätzliche Sicherheit. Das eigentliche Ziel, die Terrorismusbekämpfung, wird damit nicht erreicht. Lassen Sie mich dies im Einzelnen näher ausführen.

Wirksame Maßnahmen statt politischer Aktionismus!

Die Waffengesetze in den USA entziehen sich unserer Einflussnahme. Fälle wie der Amoklauf von Orlando lassen daher keinerlei Rückschlüsse auf etwaige Gesetzeslücken in Deutschland oder Europa zu. Schauen wir uns daher die schrecklichen Anschläge von Paris und München genauer an. Wie Sie richtigerweise sagen, wurden in beiden Fällen halbautomatische Waffen verwendet. Allerdings wurden die grausamen Taten nicht mit legalen Waffen begangen. In beiden Fällen wurden mangelhaft zurückgebaute Waffen aus der Slowakei eingesetzt, die in Deutschland verboten sind. Genau hier liegt das eigentliche Problem, das sich aber nicht durch weitere Restriktionen innerhalb Deutschlands lösen lässt. Statt die lizensierten Waffenbesitzer in Deutschland zu traktieren, sollten Sie besser auf einheitliche, hohe europäische Standards hinwirken. Ein deutliches Plus an Sicherheit könnte nämlich erreicht werden, wenn die hohen Standards zur Deaktivierung von vollautomatischen Waffen zu Deko-Waffen und der Umbau in Salut- und Theaterwaffen, die in Italien, Großbritannien, Frankreich, Finnland und Deutschland gelten, grundsätzlich EU-weit umgesetzt werden. In den genannten Ländern wird durch die Kontrolle der Beschussämter gesichert, dass die umgebauten Waffen sich nicht mit einfachen Mitteln reaktivieren lassen. Solch eine Kontrolle fehlt in anderen Ländern wie zum Beispiel der Slowakei. Die Kommission hat es acht Jahre lang versäumt, eine Richtlinie zur Deaktivierung von Feuerwaffen zu verabschieden und durchzusetzen. Hieran sollten Sie arbeiten, statt legale Waffenbesitzer mit weiteren, sinnlosen bürokratischen Hürden zu belasten. Zusätzliche Verbote dienen keinem Sicherheitszweck, sondern befördern lediglich die Politikverdrossenheit. Bürokratische Restriktionen gegen legale Waffenbesitzer verhindern keinen Terror, denn Kriminelle und Terroristen beschaffen ihre Waffen auf dem illegalen Markt. Im Gegenteil: Für die Kontrolle und Umsetzung der von Ihnen geforderten Maßnahmen wird Personal benötigt. Personal, das dann bei der eigentlichen Terrorbekämpfung und Zerschlagung des illegalen Waffenmarktes fehlt.

Legale Halbautomaten stellen keine erhöhte Gefahr dar

Sehr geehrter Herr Vogel, wir würden es sehr begrüßen, mit Ihnen über wirkliche Verbesserungen in Sicherheitsfragen in einen konstruktiven Dialog zu treten. Die von Ihnen postulierte erhöhte Gefahr durch legale halbautomatische Waffen gibt es schlichtweg nicht. Dies hat auch die EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska im Juli festgestellt. Die Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum erklärte, dass lediglich von den bereits oben erwähnten, unzureichend umgebauten Waffen Gefahr ausgehe. Dieser Auffassung folgte auch der Bundestag, der am 8. Juli beschlossen hat, dass halbautomatische Waffen mit Wechselmagazinen weiterhin für die Jagd eingesetzt werden dürfen, sofern sie nur mit drei Schuss geladen werden.
 
In ihrer Pressemeldung behaupten Sie pauschal, 'Jäger brauchen keine halbautomatischen Waffen.' Ich frage mich, woraus Sie diese Gewissheit ableiten. Es gibt sehr wohl jagdliche
Situationen, in denen halbautomatische Waffen sehr sinnvoll, wenn nicht sogar lebensrettend sein können. Wären die halbautomatischen legalen Waffen ein Sicherheitsrisiko, würde ich Ihnen sofort zustimmen und mich für deren Verbot einsetzen. So aber ist Ihre Forderung nach einer Verschärfung des Waffenrechts reine Placebo-Politik zu Lasten unbescholtener Bürgern.
 
Sehr geehrter Herr Vogel, ich lade Sie herzlich ein, gemeinsam mit uns einen Schießstand zu besuchen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir Ihnen die Funktionsweise der verschiedenen bei der Jagd eingesetzten Waffentypen zeigen und erläutern dürften. Ich bin überzeugt, dass dies erheblich zur Versachlichung der Debatte beitragen kann. Und ich bin
auch überzeugt, dass gerade in so angespannten und emotional aufgeladenen Zeiten Sachlichkeit ganz besonders wichtig ist.
 
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Dirk-Henner Wellershoff
Präsident Landesjagdverband Brandenburg e.V.

 

 

Neue Naturschutz- und Wolfsbeauftragte bestellt durch Region Hannover

Helge Stummeyer – Wolfsberater Jägerschaft Neustadt als Naturschutzbeauftragter berufen durch die Region Hannover

 

Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs hat drei neue Wolfsbeauftragte und vier bewährte Naturschutzbeauftragte im Regionshaus belehrt und die Ernennungsurkunden übergeben.

Drei neue Gesichter, dazu vier altgediente Expertinnen und Experten für Flora und Fauna: Mit der Übergabe der Ernennungsurkunden und einer kurzen Belehrung über Rechte und Pflichten hat am Dienstag, 28. Juni 2016, der Umweltdezernent der Region Hannover, Prof. Dr. Axel Priebs, die ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten für die Städte Hannover – Bereich West -, Gehrden, Langenhagen und Wennigsen offiziell "bestellt". Ihnen zur Seite stehen für die nächsten fünf Jahre erstmals drei Wolfsbeauftragte, die für das gesamte Regionsgebiet zuständig sind.

Für die westlichen Stadtteile der Landeshauptstadt Hannover wurde  bis zum 30. Juni 2021 der Diplom-Biologe Friedrich Gerhard Wach (75) als Naturschutzbeauftragter wiederberufen. Sein Kollege in Gehrden bleibt der Landwirt Heinrich Möller (63), der in der Burgbergstadt schon seit 2011 das Amt versieht. Um den Naturschutz und die Landschaftspflege in Langenhagen kümmert sich erneut Ricky Stankewitz. Das 37-jährige NABU-Mitglied wurde von der Stadt zur Wiederbestellung vorgeschlagen. Bernd Mros (60) leitet hauptberuflich die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hameln, wird sich aber auch weiter nach Feierabend für die Natur in seiner Heimatkommune einsetzen.

Jetzt auch Wolfsbeauftragte

Neu in der Riege sind die Wolfsbeauftragten Nina Graupner (39), Thomas Behling (58) und Helge Stummeyer (47). Alle drei sind Mitglieder der Landesjägerschaft Niedersachsen. Ihre Tätigkeit umfasst sowohl die Beratung als auch gegebenenfalls die Rissdokumentation. Darüber hinaus unterstützen sie die Öffentlichkeits- und Umweltbildungsarbeit durch Informationsveranstaltungen, auch an Schulen und Kindergärten.

 

Nutztierhalter gegen Wolfsromantik

Halter von Pferden, Rindern oder Schafen fordern einen Schutz ihrer Tiere vor Wölfen. Bei einem Info-Abend der Jägerschaft Neustadt warnten sie vor zunehmender "Wolfsromantik".

Jungwolf©Ingo Wagner

Helstorf. 40 Nutztierhalter waren der Einladung der Jägerschaft Neustadt zum Infoabend „Aktiver Herdenschutz für Nutztierhalter – Der Wolf kehrt zurück“ gefolgt.

 

 

 

Bewusst hatte die Jägerschaft Interessenverbände der Schafzüchter, Mutterkuh- und Rinderhalter, sowie den Pferdezuchtverband Aller-Leine, vertreten durch Geschäftsführer Ralf Asche aus Luttmersen angesprochen. 

Wichtigste Fragen aus Sicht der Tierhalter: Wie soll der durch die Rückkehr des Wolfes notwendige Schutz der Weidetiere aussehen, wie und was wird durch Beihilfen der Landesregierung im Herdenschutz unterstützt, und welche Maßnahmen muss ein Nutztierhalter nach einem Wolfsübergriff treffen, um  Entschädigungsleistungen in Anspruch nehmen zu können? 
Der Wolf als Raubtier, das seinen Weg wieder nach Niedersachsen gefunden hat, war für die Mehrzahl der Nutztierhalter nicht das Problem. Vielmehr waren die vom Wolfsbüro des Landes vorgestellten Herdenschutzmaßnahmen das Ziel der vorgebrachten Kritik. Die Art und der Umfang der Maßnahmen, wie Bau und Unterhaltung der Zäune wurden von vielen als in der Praxis nicht als umsetzbar vom Aufwand her geschildert. 
Die Nutztierhalter begründeten ihre Kritik mit praktischen Beispielen, die auch der anwesender Haupterwerbsschäfer Günter Reiche aus Kaltenweide aus seinem Alltag darstellte, und mit Argumenten unterlegte. 
Volker Hahn vom Landvolkreisverband Hannover erklärte: „Die Kluft im Denken zwischen der Stadtbevölkerung und der Landbevölkerung wird immer größer." Die Politik werde in den Städten entschieden, und das "mit einer völlig falschen Vorstellung von Naturromantik" und Auswirkungen auf die Nutztierhalter und Betriebe im ländlichen Bereich. Ein streunender Wolf in der Lüneburger Heide sehe für den Stadtbewohner vor dem Bildschirm niedlich aus, im ländlichen Bereich aber bedrohe er die Existenz von Tierhaltern, so Hahn weiter.

Es sei bedauerlich, betonte Jägerschaftssprecher Karsten Ahlborn, dass trotz mehrfacher Nachfrage kein politisch Verantwortlicher aus dem Umweltministerium sich der Diskussion in Helstorf gestellt habe.