Aktuelle Nachrichten der Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V.

Der erfolgreiche Lehrgang 2014/2015

 

Jägerprüfung - Jäger sein aus Leidenschaft für Natur und Jagd

 

 

Vorbereitungslehrgang 2015/2016 der Jägerschaft Neustadt am Rübenberge beginnt am 05.09.2015

 

Wer in Deutschland die Jagd ausüben will, benötigt einen gültigen Jagdschein. Zuvor muss jedoch die Hürde der Jägerprüfung genommen werden. Erst nach bestandener Prüfung kann ein Jagdschein gelöst werden.

 

Voraussetzung für die Zulassung zur Jägerprüfung ist ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und ein Mindestalter von 16 Jahren. Den Vorbereitungslehrgang können Jugendliche im entsprechenden Zeitrahmen schon vor Vollendung des 16. Lebensjahres besuchen, um mit Vollendung des 16. Lebensjahres die Jägerprüfung abzulegen.

 

Die Übertragenen Rechte und Pflichten eines Jägers nach bestandener Staatlicher Jägerprüfung gehen über ein Hobby weit hinaus und verlangen Leidenschaft, Passion und eine proaktive persönliche Einstellung in der Übernahme einer großen Verantwortung für Waidgerechtigkeit, Natur- und Tierschutz.

 

Die Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V. bildet seit Jahrzehnten sehr erfolgreich Jungjäger aus. Einzugsbereich ist der Raum Wunstorf, Garbsen, Neustadt und auch die übrige Region Hannover. Alle Alters- und Berufsgruppen sind im Vorbereitungslehrgang vertreten. Der nächste Vorbereitungslehrgang beginnt direkt nach den Sommerferien am Samstag 05.09.2015 und endet mit der staatlichen Jägerprüfung im März 2016.

 

In der Ausbildung werden die Grundlagen für die theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten eines zukünftigen Jäger in den Fachgebieten „dem Jagdrecht unterliegende und andere frei lebende Tiere, Jagdwaffen und Fanggeräte, Naturschutz - Hege und Jagdbetrieb, Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Jagdhundewesen, jagdliches Brauchtum, Jagdrecht und verwandtes Recht  vermittelt.

 

Die Ausbildungsgestaltung zielt bewusst darauf ab, berufliche und private Bereiche der angehenden Jungjäger weitgehend zu berücksichtigen. Durch die Dauer des Vorbereitungslehrganges werden für jeden Teilnehmer die Inhalte Sachorientiert vermittelt. Geringe Fehlzeiten durch berufliche oder private Termine können somit aufgefangen werden. Die seit Jahren hohe Erfolgsquote Vorbereitungslehrgänge ist ein Indiz für die Qualität der Ausbildung in der Jägerschaft Neustadt.

 

Ausbildungsort für die theoretischen Unterrichte sind die Räumlichkeiten im  Friedrich Löffler Institut in Mecklenhorst. Die praktischen Unterrichte sowie Reviergänge und Teilnahme an Jagden finden in den Revieren der Jägerschaft Neustadt statt und das Schießtraining mit Flinte und Büchse auf der Schießstätte der Jägerschaft in Neustadt- Schneeren.

 

Oft ergeben sich schon aus der Ausbildung heraus spätere Jagdmöglichkeiten in den heimischen Revieren rund Neustadt, Garbsen und Wunstorf.

 

Weitere Informationen zum Vorbereitungslehrgang, zu Lehrgangsinhalten und Prüfung sind auf der Webseite unter der Rubrik „Jungjäger Ausbildung“ zu finden.

 

Fragen vorab beantwortet der Ausbildungsleiter der Jägerschaft Neustadt, Herr Ole Volkmann gerne unter 05032 – 4171.

 

 

 

Novellierung des Jagdgesetzes in Niedersachsen bis 2018 aufgeschoben 

 

Überraschende Wende im Thema der befürchteten Novellierung des Niedersächsischen Jagdgesetzes.

 

Nach den Änderungen der bestehenden Jagdgesetze in Baden Württemberg und Nordrhein Westfalen unter Führung der grün-rot regierten Länderparlamente waren auch die Jäger in Niedersachsen vorgewarnt. In beiden vorgenannten Bundesländern wurden auf Druck der Grünen Landtagsfraktionen im Schulterschluss mit Naturschutzorganisationen sogenannte „Ökologische Jagdgesetze“ verabschiedet.

 

Der rote Faden, der sich durch diese Gesetz zieht, ist das Verbot, die Verbürokratisierung und die Uneffizientmachung der Raubwildbejagung. Die Folge ist die Unwirksamkeit der Lebensraumverbesserungen und anderer Hegemaßnahmen in den Niederwildrevieren. Die Folge wäre eine bis heute ungekannte Zunahme der Prädatoren auch in den Naturschutzgebieten mit existenziellen Folgen für Bodenbrüter und andere bedrohte Beutearten.

 

Viele Jäger befürchten, dass diese von grüner Ideologie diktierten neuen ÖJG`s ein Bumerang für den Artenschutz werden. Die Folgen wird man natürlich der konventionellen Landwirtschaft anhängen. Besonders perfide ist, dass man dadurch das eigentlich gute Anliegen einer Agrarwende missbraucht und sehenden Auges Arten gefährdet, die man eigentlich vorgibt zu schützen

 

So ist den auch die Befürchtung der Niedersächsischen Jäger nicht von ungefähr gewachsen, das sich Herr Meyer(Grüne) als zuständiger Landwirtschaftsminister einer Kopie des Ökologischen Jagdgesetzes seines Kollegen Remmel(Grüne) in NRW bedient.

 

Doch in Niedersachsen hat man diese vermutete Entwicklung frühzeitig in den Jägerschaften diskutiert und eine flächendeckende Allianz aus Waldbesitzern, Landvolk, Anglern und Jägern geschaffen, die bereit stehen hier gegen diese Bestrebungen zu argumentieren.

 

„Sturmfest und Erdverwachsen – so will Niedersachsen Jägerschaft diese Herausforderung angehen. Und das ist auch Herrn Meyer (Grüne) in Hannover nicht verborgen geblieben. Das nun auch die SPD in Niedersachsen einer übereilten und schlecht vorbereiteten Novellierung offiziell eine Absage erteilt für diese Legislaturperiode, das ist auch ein positiver Aspekt. Gehen wir mal davon aus, das es nicht an den Kommunalwahlen in Niedersachsen liegt und möglichen Stimmenverlusten in der Bürgerlichen Mitte in den Ländlichen Gebieten.

 

Sicherlich hat sich die Jagd in den letzten 50 Jahren geändert und damit auch die Anforderungen an die Ausübung und die Jagdlichen Ziele der Hege und Pflege in den Revieren. Die Jagd ist durch die Vermaisung der Reviere und den Profitorientierten Waldbau nicht einfacher geworden, die Pflege der Niederwildbestände durch die Pestizidbelastung für den Artenschutz nicht gerade förderlich gewesen. Die Rückgänge der Arten und die Zahlen der Streckenberichte sprechen eine deutliche Sprache.

 

Auch die Einführung von bleifreier Munition und die Forderung nach einem jährlichen Schießnachweis an die Jäger ist ein Thema, das in Sachdiskussionen zukunftsorientiert geführt werden muss. Jagdmunition muss klare Anforderungen an eine bestimmte Tötungswirkung haben, sowie klare Anforderungen an mögliche Pirschzeichen für die Nachsuche. Ideologie zu Schadstoffen, und der damit angestrebte Verzicht auf bleihaltige Munition sind nicht die Herangehensweise, die für ein wichtiges Thema wie die unmittelbare Tötungswirkung von Jagdmunition gelten sollte.

 

Schießnachweise für den Jäger, zu Verlängerung des Jagscheines oder zur Teilnahme an Bewegungsjagden sind offen und auch mit Blick auf die Außendarstellung der Jagd in der Öffentlichkeit zu diskutieren, in Art und Umfang. Wir Jäger stehen in der Öffentlichkeit und sollten uns dessen sehr wohl bewusst sein. Zum Thema Schießnachweis würde eine mögliche Eigenverpflichtung der Jägerschaft einen hohen Stellenwert in der Außendarstellung haben. Der sichere und präzise Umgang mit der Schusswaffe ist elementarer Bestandteil des jagdlichen Handwerks. Dieses sollte genug Eigenantrieb für jeden Waidmann sein, für den regelmäßigen Besuch des Schießstandes und dem damit verbundenen Training in allen Jagdlichen Disziplinen.

 

Mustafa Erkan (SPD) , MdL in Hannover und Neustädter Bürger hat sich wie versprochen für die Interessen und Wünsche der Jägerschaft eingesetzt. Seine Rede und die inhaltlichen Ausführungen vor Neustädter Jägern im Rahmen einer Hegeringversammlung ließen aufhorchen und haben positiven Eindruck hinterlassen. Weitere gemeinsame Projekte sind in der Planung um auch hier der Politik die Jagd und ihre Erfordernisse zu vermitteln.

 

Und somit kann man die Ausführungen von Herrn Siebels (SPD) zu LJN Präsident Helmut Dammann-Tamke in der Pressemitteilung Nr. 17-571 auch mit einem Augenzwinkern sehen. Irgendwas war wohl schon dran, an der Gerüchten, oder? J

 

K.Ahlborn – Presseobmann Jägerschaf Neustadt am Rübenberge e.V. - 08.06.2015

 

 

08.06.2015

Pressemitteilung Nr. 17-571

Siebels: Gemeinsam mit Jägerinnen und Jägern –

SPD ist offen für technische Änderungen am Jagdgesetz

"Wir begrüßen die Klarstellung des Landwirtschaftsministers zum Jagdrecht ganz ausdrücklich" betont der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Wiard Siebels. Die Zusagen der SPD würden nun wie erwartet umgesetzt. Es werde mit der SPD keine ideologischen Änderungen am Jagdrecht geben, betonte Siebels erneut.

Offen sei man hingegen für alle Diskussionen über technische Änderungen gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern. Mögliche Veränderungen könne man sich in der Frage der Schallschützer, bei mehr Schießübungen von Jagdscheininhabern und ggf. der Einführung bleifreier Munition mit entsprechenden Übergangsfristen vorstellen. Alles das könne sachlich mit den Jägerinnen und Jägern diskutiert werden.

Siebels betonte, man müsse jetzt zur sachlichen Diskussion zurückkehren. Dies gelte in besonderem Maße für den Vorsitzenden der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke, der zugleich agrarpolitischer Sprecher der CDU sei und in den letzten Wochen landesweit verbreitet habe, es stünden schlimme Änderungen am Jagdrecht ins Haus.

"All diese wilden Ankündigungen sind wieder nur Ausdruck der CDU-Skandalisierungspolitik", stellt Siebels klar. Auch alle Bemühungen der FDP, eine Wende in der Jagdpolitik herbeizureden, gingen ins Leere: "Die FDP informiert bewusst falsch",  so Siebels. Eine Abkehr von "Plänen zu starken Eingriffen" in die bestehenden Regelungen könne es schon deshalb nicht geben, weil es solche Pläne nie gab, stellt Siebels klar.

Hannoversche Allgemeine Zeitung 08.06.2015 - Minister Meyer
Minister Meyer-Jagdgesetz-HAZ.pdf
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Wolf oder frei laufender Hund in Schloss Ricklingen?

 

Es ist inzwischen Dorfgespräch: Am Mittwoch soll ein Wolf in der Nähe Schloß Ricklingens gesichtet worden sein. Diese Meldung bestätigte der Wolfsbeauftragte der Region Hannover, Helge Stummeyer, am Freitag.

 

Garbsen. Ob es ein Wolf war, ist nicht sicher. „Es kann sich auch um einen frei laufenden Hund gehandelt haben“, sagte Stummeyer. Es habe am Pfingstmontag in Großenheidorn und Klein Heidorn Meldungen über eine Wolfssichtung und am Mittwoch eine in Schloß Ricklingen gegeben. „Wir nehmen das zunächst mal ernst“, sagte Stummeyer. Ein Fluss wie die Leine sei kein Hindernis für einen Wolf.

 

„Die Tiere können problemlos viel breitere Flüsse wie die Elbe zum Beispiel überqueren.“ Um sicher sein zu können, dass ein Wolf gesichtet worden sei, brauche es aber Fotos. „Die haben wir nicht“, sagte Stummeyer.

 

Ein Wolf lege am Tag mindestens 30 oder 40 Kilometer zurück. Falls es ein Wolf war, der in Schloß Ricklingen gesehen worden ist, dann befinde er sich sicher schon fast 100 Kilometer weiter.

Der Kindergarten Schloß Ricklingen hatte für nächste Woche Erlebnistage im Wald geplant. „Die haben wir auf Wunsch von Eltern auf unser Außengelände verlegt“, sagte Erzieher Robin Kramm gestern, „aber auch, weil wir das Thema Wildtiere und Wolf erst mit den Kindern aufarbeiten wollen.“ Eltern hatten besorgt nachgefragt, ob angesichts der möglichen Wolfsbegegnung der Wald sicher genug sei.

 

Alle Wolfssichtungen, ob sie durch Fotos bestätigt werden oder nicht, sammelt Stummeyer in einer Kartei. Dem Wolf, falls es einer ist, werde nicht nachgestellt. „Dieses Tier, das uns gemeldet wurde, ist nicht auffällig geworden“, sagt Stummeyer.

 

Er hätte die Waldtage im Kindergarten nicht abgesagt. „Die Situation ist ungefährlich“, sagte Stummeyer, „vermutlich ist das Tier schon weitergezogen.“ Man hätte die Kinder mit Trillerpfeifen ausstatten können, mit denen sie sich im Bedarfsfall hätten bemerkbar machen können.

HAZ(Bernd Riedel , 29.05.2015)

 

Am 25.06.2015 um 19:00 Uhr informiert Helge Stummeyer von der Jägerschaft Neustadt in seiner Eigenschaft als Wolfsberater der Region Hannover die Eltern in der Kita zum Thema Wolf.

 

 

 

 

Wie kommt unsere Regierung da wieder raus?

 

Leserbrief in der HAZ zum Artikel „ Schnellere Hilfe nach Wolfsattacken“ vom 29.05.2015


Der Wolf in Niedersachsen ist eine arme Sau, die die Folgen der Umweltpolitik im Lande ausbaden muss. Die niedersächsische Landesregierung ist gerade dabei, sich in Sachen Wolf komplett zur Lachnummer zu entwickeln. Die jüngst vom Umweltminister Wenzel verkündeten Maßnahmen zeigen die ganze Hilflosigkeit und Konzeptlosigkeit des grünen Ministers. Als Antwort auf die rasant steigenden Übergriffe, mittlerweile auch auf Rinder und Pferde, setzt der Minister auf neue Planstellen in der Verwaltung, Prüfungsvorhaben zu Verwaltungsabläufen, Verlagerung von Aufgaben zum Bund und eine neue Internetseite. Praxistaugliche Problemlösungen für gewerbliche und private Nutztierhalter sind nicht im Maßnahmenkatalog. Ideen wie Vergrämung mit Gummigeschossen werden von Fachleuten belächelt, und hartnäckig wird erzählt, dass es in Sachsen ja auch mit den Wölfen ginge. In Sachsen sind die Übergriffe in diesem Jahr etwa doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres – trotz entsprechender Schutzmaßnahmen.

Die vielen Pferdehalter, Reiter und auch die Reitvereine, die als nicht gewerbliche Betreiber völlig durch die Fördermaschen fallen, reiben sich die Augen und fragen: Was ist mit uns? Sind unsere Tiere weniger wert als Wölfe? Auf diesem Weg wird die Akzeptanz für die Wölfe in Niedersachsen nicht gefördert, im Gegenteil: Mit jedem Nutztierriss geht die Akzeptanz weiter in den Keller, und vielerorts befindet sie sich bereits im freien Fall.

Die unsinnige Idee der grünen Umweltpolitiker, in jeder theoretisch denkbaren Ecke unserer Kulturlandschaft Wölfe ansiedeln zu wollen, wird zum Bumerang. Statt sich an einer überschaubaren Zahl von akzeptierten Wölfen in entsprechenden Habitaten zu erfreuen, wird insbesondere die Bevölkerung in ländlichen Bereichen mit den Folgen alleingelassen. Frei nach der Devise: „Wir haben jetzt mal die Macht im Land, und ihr habt gar nichts zu sagen.“

Irgendwann werden auch die grünen Umweltpolitiker merken, dass ihnen die Wähler nicht mehr folgen. Der treue grüne Weggefährte Nabu ist da etwas schneller und hat sein Projekt „Willkommen Wolf“ auf Sparflamme heruntergedreht, weil er gemerkt hat, dass man damit keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. In Sachsen-Anhalt ruft der Nabu nach einem Notprogramm der Landesregierung, und in Schleswig-Holstein fordert der Nabu den Abschuss von Wölfen. Da reibt man sich verwundert die Augen und fragt sich: Wie kommt unsere Landesregierung da wieder raus?

Vielleicht merken die ja irgendwann, dass der Wolf seit mehr als zehn Jahren nicht mehr auf der Roten Liste steht. Vielleicht äußert sich dann ja mal der Landwirtschaftsminister, da ja Tierhaltung sein Ressort ist, oder der Innenminister wegen der Sicherheit der Bevölkerung.

Isernhagen/ Christian Schröder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wolfsberater wirft Minister Wenzel (Grüne) seinen Job vor die Füße

 

Stendern/Nienburg

 

142 ehrenamtliche Wolfsberater hat das Land Niedersachsen – ab Mitte Juni zumindest einen weniger: Christian Lohmeyer aus Stendern hat für sich beschlossen, Umweltminister Stefan Wenzel seinen Job vor die Füße zu werfen. Der 37-jährige Landwirt und Familienvater ist völlig frustriert und nennt unverhohlen die Gründe für seinen Rückzug.

„Ich habe dem Ministerium bereits vor einem Monat mitgeteilt, warum ich als Wolfsberater aussteige“, so der 37-Jährige. „Die müssen ja Zeit haben, um für mich einen Nachfolger zu finden“, fügt er hinzu. Ob das gelinge beziehungsweise wer das sein könne, wisse Lohmeyer nicht.

Doch Lohmeyer geht ins Detail.

 

Zum Ehrenamt Wolfsberater erklärt er: „Es gibt keine Erstattung meiner Kosten für Telefon, Internet und Fahrten mit meinem Auto, ich bin nicht versichert, stehe medial und in verschiedenen Foren persönlich am Pranger. Das birgt auch rechtlich ein enormes Risiko, das ich mir und meiner Familie nicht mehr antun will“, so Lohmeyer, der angibt, seit Beginn seiner Tätigkeit als Wolfsberater im November vergangenen Jahres „etwa 500 Euro aus eigener Tasche draufgelegt“ zu haben.

Den „rechtlichen Umgang mit dem Wolf“ bezeichnet Lohmeyer als „Katastrophe“. „Es herrscht völlige Unsicherheit, es gibt keine Weisung, wie mit Wölfen umzugehen sei, die sich am Tage dem Menschen nähern“, so Lohmeyer, der neben Hubert Wichmann aus Linsburg einer von zwei Wolfsberatern für den Bereich des Landkreises Nienburg ist. Es habe unlängst ein Gespräch mit Polizei, Veterinäramt sowie anderen Akteuren gegeben – „aber eben keine klaren Aussagen“, so der Landwirt.

„Was passiert, wenn ein Wolf angefahren wird und noch lebt?“, „Was sage ich einem Waldkindergarten auf die Frage, ob die Erzieherinnen mit den Kindern im Wald spielen dürfen?“, „Was rate ich Hundehaltern, wenn sie mit ihrem Hund einem Wolf begegnen?“. Das seien Fragen, auf die es keine Antworten gibt. „Und auch keine Lösung“, schiebt Lohmeyer nach. Außerdem: Alle bisherigen „Schulungen“ der Wolfsberater hätten „keine Antworten gebracht“.

In der öffentlichen Diskussion „scheint jeder ein Wolfsberater zu sein“, so die Einschätzung Lohmeyers.

Es gebe in den sozialen Netzwerken „massive persönliche Angriffe auf ihn als Wolfsberater, ohne dass auch nur einer von denen das Gespräch mit mir gesucht hat“, bedauert der 37-Jährige.

Auch das „Bild vom Wolf“ stimme laut Lohmeyer nicht mehr: Habe es anfangs noch geheißen, „der Wolf meidet den Menschen“, so treffe das auf die Beobachtungen im Landkreis Nienburg nicht zu. Der Wolf sei „ein Kulturfolger, der den Nutzen am Menschen maximiert“. „Wäre der Wolf so, wie ihn die Wolfs-Befürworter sehen, hätten wir keine Probleme.“

Das Thema Wolf habe eine „zu hohe Emotionalität“, beklagt Lohmeyer und setzt seinen Kritik-Reigen fort.

Adressat: der Naturschutzbund (Nabu). „Der Wolf eignet sich nicht zum Spendensammeln. Statt Wolfs-Patenschaften sollte der Nabu lieber Zaun-Patenschaften initiieren, um den Nutztierhaltern zu helfen“, sagt Lohmeyer.

Er sieht viele Widersprüche und weist auf einen übertriebenen Schutzstatus des Wolfes hin, „der zu staatlich verordneter Tierquälerei führt, wenn bei angefahrenen Wölfen der Artenschutz wichtiger sei als das Leid des Tieres“. Er sei „froh und glücklich, dass im Landkreis Nienburg noch nichts Schlimmes passiert“ sei, dennoch ärgere ihn das Verhalten des Umweltministeriums: „Muss das Kind erst in den Brunnen fallen, ehe jemand handelt?

 

Wir warten im Grunde doch alle auf den ersten nachweisbaren aggressiven Angriff eines Wolfes auf einen Menschen“, so Lohmeyer, der überzeugt ist: „Vorher reagiert das Ministerium vermutlich nicht.“

Er selbst habe seinen Job als ehrenamtlicher Wolfsberater immer so verstanden, die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung zu fördern. „Das kann aber ohne Entscheidungen und nur mit Floskeln nicht gelingen.“ Lohmeyers Fazit: „Es ist absolut nichts geregelt.“ Und: „Dringend notwendige Entscheidungen der politisch Verantwortlichen werden nicht getroffen und auch der Landkreis Nienburg benötigt dringend klare Handlungsweisungen aus dem Ministerium.“

www.kreiszeitung.de (Kurt Henschel) 

 

 

Jagd hat mit Jägern zu tun!

 

Jagdpolitische Entwicklungen stehen im Mittelpunkt der LJN-Mitgliederversammlung in Hitzacker

 

"Jagd hat mit Jägern zu tun - wer sich mit dem Themenkomplex Jagd befasst, sollte also auch auf die fachliche Expertise der Jäger zurückgreifen", so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) am 08.05.2015 auf der in Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) stattfindenden Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft. So banal dies klinge, habe man doch in der jüngeren Vergangenheit den Eindruck, dass dies in Vergessenheit geraten sei. 

Als prominentestes Beispiel hierfür in Niedersachsen nannte er die im Oktober 2014 in Kraft getretene neue Jagd- und Schonzeitenverordnung: "Wir mussten leider feststellen, dass unsere konstruktiven Vorschläge die Fehlleistungen dieser neuen Verordnung betreffend, nicht berücksichtigt wurden", so Dammann-Tamke weiter. Die Ende April eingereichten Normenkontrollanträge gegen diese Verordnung seien Ergebnis dessen: "Wir hätten es uns anders gewünscht, aber letztlich blieb unseren Mitgliedern keine andere Wahl die massiven Einschränkungen –  bar jeder wildbiologischen und fachlichen Nachvollziehbarkeit – gerichtlich überprüfen zu lassen." 

Dass es auch und gerade in Bezug auf das Thema Artenschutz anders geht, beweisen zahlreiche erfolgreiche Projekte in Niedersachsen, in denen die Jägerinnen und Jäger federführend eingebunden sind. Über ein Dutzend Projekte widmen sich allein dem Thema Prädatorenkontrolle, also Beutegreiferbejagung, zum Wohle von Wiesenvögeln und anderen Leitarten der Feldflur. Mit Mitteln des Umweltministeriums und/oder der Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise werden beispielsweise die Anschaffung von Fallen oder Personalkosten bezuschusst. Eines dieser Projekte: Das Biosphärenreservat Elbtalaue. Um zu verhindern, dass die Wiesenbrüterpopulation dort weiter absinkt, hat die Biosphärenreservat Verwaltung  20 Lebendfallen gekauft und diese an die Revierinhaber der Jägerschaft Lüchow-Dannenberg ausgeliehen.

"Erfolgreicher Natur- und Artenschutz geht nur mit den Jägern, nicht gegen sie - die Artenvielfalt zu erhalten ist unser ureigenes Interesse", kommentierte Dammann-Tamke  die Novellierungen der Landesjagdgesetze in NRW und Baden-Württemberg, bei denen dieser zentrale Aspekt negiert worden sei. Das im Jahr 2001 von der damaligen SPD Regierung umfassend überarbeitete niedersächsische Landesjagdgesetz habe sich indes in dieser Hinsicht mehr als bewährt - sachlich fundiert und faktenorientiert in Abrede gestellt, habe es dies auch noch niemand.                                                                                   

Betroffen gemacht habe neben den Inhalten auch der Umgang mit den Jägern in den benachbarten Bundesländern.  "Niedersachsen ist Jägerland Nummer 1 in Deutschland. Gemeinsam mit den Anglern bilden wir die Mitte der Gesellschaft - wer das in Zweifel zieht verkennt die Sachlage und hat wahrscheinlich schneller eine Großkundgebung vor der Haustür als er vielleicht denkt", so Dammann-Tamke mit Blick auf die Mitte März stattgefundene Demonstration von 15.000 Jägerinnen und Jäger vor dem Düsseldorfer Landtag. "Wir wollen ein solches Szenario für Hannover keineswegs heraufbeschwören, aber klar ist, Novellierungsbestrebungen an uns vorbei, werden wir nicht einfach hinnehmen." 

Jägerland Niedersachsen: Jeder 130 Niedersachse ist Jäger, im Bundesdurchschnitt ist es jeder 218 Einwohner (Bundesweiter Spitzenwert). 2.926 Aspiranten haben im Jahr 2014 die Jägerprüfung in Niedersachsen erfolgreich abgeschlossen – auch dies ist bundesweit der Spitzenwert. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. vertritt die Interessen von über 53.000 der etwa 60.000 Jägerinnen und Jägern in Niedersachen. Seit über 30 Jahren ist die LJN anerkannter Naturschutzverband - einer der größten in Niedersachsen. Mit Projekten wie der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) oder dem Wolfsmonitoring liefert sie seit Jahren anerkanntes, wissenschaftlich fundiertes Datenmaterial über die Wildtiere in Niedersachsen. 

 

v.l.n.r: Hegeringleiter Heinrich Rave; Ulf Hasselbring-Hibbe, Olaf Horl, Fabian Hörner (alle Jungjäger), MdL Mustafa Erkan

 

Mustafa Erkan (MdL/SPD)  erklärt seinen Respekt für die Neustädter Jäger

 

Am 07.05.2015 hatte der Hegering 8 der Jägerschaft Neustadt zur Hegeringversammlung geladen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der komplette Vorstand des Hegeringes unter Führung von Heinrich Rave als 1.Vorsitzender bestätigt. Neue Kassenprüferin ist Frau Dr. Christiane Bracke.

 

Die Jägerschaft in Niedersachsen sieht sich in 2015/2016 mit einer geplanten Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes konfrontiert. Die Initiative zu einem „ökologischen“ Jagdgesetz geht von Landwirtschaftsminister Meyer (Grüne) aus. Die Jägerschaft spricht schon jetzt vom einem ökologisch ideologisierten Vorhaben und praxisferner Klientelpolitik des grünen Ministers, das auch in den Reihen des Koalitionspartners SPD im Niedersächsischen Landtag seine Kritiker haben wird.

 

Ein daher mit Spannung erwarteter Punkt auf der Tagesordnung war das Grußwort zur aktuellen Jagdpolitischen Situation in Niedersachsen von Gastredner Mustafa Erkan (MdL/SPD) aus Neustadt.

 

Mustafa Erkan beglückwünschte zu Beginn seiner Rede den neuen Vorstand zur Wiederwahl und gratulierte auch den Absolventen der Jägerprüfung im Hegering 8 zur Erlangung des Jagdscheins. (Foto)

 

In seinen Ausführungen fand Mustafa Erkan klare Worte für die Anliegen der Jäger in Neustadt und Niedersachsen. „ Ihm sein bekannt, das sich die Liebe der Jäger zu Herrn Minister Meyer von den Grünen in Grenzen hält“ so Erkan. Er versicherte verbindlich dass es zurzeit keine konkreten Pläne zur Novellierung des Jagdgesetzes in Niedersachsen gibt. Weder gäbe es einen Vorschlag dazu in einer Schublade, noch sei es sicher dass es absehbar eine Novellierung geben wird.“ Wir lassen uns als SPD in dieser Sache nicht treiben, auch nicht von unserem Koalitionspartner, den Grünen“! so Erkan zu den Anwesenden.

 

Erkan versprach, das auch die Anregungen der Neustädter Jägerschaft in einem möglichen Dialog zur Novelle mit einfließen werden. Dafür würde er sich intensiv einsetzen. Diese Aussagen wurden unter den Anwesenden sehr positiv aufgenommen.

 

Mit weiteren Ausführungen zu den Themen Totes Moor, Wolf in Niedersachsen und der Umsetzung der Jagdzeitenverordnung im Bereich der Gänse beendete Mustafa Erkan seinen Gastvortrag. Unter den Zuhörern war manch positiv erstauntes Gesicht zu sehen nach dieser Rede und seinen aus Jägersicht positiven Aussagen zur aktuellen Jagdpolitik.

 

Erkan sprach den Jägern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Naturschützer seinen persönlichen Respekt aus, und führte an, das auch Gesellschaftspolitisch die Arbeit der Jäger mehr gewürdigt werden müsste in der Öffentlichkeit.

 

Wenn es zur Jagdgesetznovelle in Niedersachsen kommen sollte, dann werden die Neustädter Jäger Mustafa Erkan gerne beim Wort nehmen und in den angebotenen Dialog eintreten.

 

KA/09.05.2015

Jagdpolitische Situation in Niedersachsen
 

In einer Schwerpunktausgabe der ersten Mai Ausgabe des Niedersächischen Jägers, informiert die LJN über die aktuelle jagdpolitische Situation.

 

 

Hier lesen Sie die Ausführungen von LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke.

(mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des Niedersäschischen Jägers)

Landesjägerschaft Niedersachsen - Gut vorbereitet
15_04_GW_Dammann_Tamke.pdf
PDF-Dokument [722.8 KB]

Jagdzeitenverordnung in Niedersachsen: Normenkontrollanträge auf den Weg gebracht

 

27.04.2015

 

Gemeinsame Pressemeldung LJN & ZJEN

 

 

9 Jäger und Grundeigentümer haben Normenkontrollanträge gegen die seit Oktober 2014 geltende neue Jagd- und Schonzeitenverordnung beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg auf den Weg gebracht. Unterstützt werden die Kläger hierbei von der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) und dem Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen e.V. (ZJEN).

Die Antragsteller wenden sich gegen die Verbote und Einschränkungen der Jagd, die das Landwirtschaftsministerium mit der Jagdzeitenverordnung verfügt hat. Deshalb rufen sie das Gericht an, damit es die Verordnung zumindest in Teilen für unwirksam erklärt, weil sie gegen höherrangiges Recht verstößt. 

"Wir teilen diese Auffassung absolut - zudem sind die beklagten Einschränkungen weder wildbiologisch noch wissenschaftlich fundiert nachvollziehbar begründet", so Clemens H. Hons, Justitiar der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V., stellvertretend für die klagenden Jäger. "Das Jagdrecht ist an das Eigentum gebunden - nicht die Jagdausübung muss daher begründet werden, sondern umgekehrt deren Einschränkung", ergänzt ZJEN-Geschäftsführer Peter Zanini, für die klagenden Grundeigentümer. Es finde keinerlei Jagd auf besonders geschützte Arten statt.

Da die Kläger von der neuen Jagdzeitenverordnung unterschiedlich betroffen sind, unterscheiden sich auch die eingereichten Normenkontrollanträge: Rechtlich überprüft wird nun unter anderem, ob die Streichung des Monats August als Jagdzeit für den Dachs - die Zeit, in der dieser am effektivsten bejagt werden kann - die Streichung der Jagdzeit bei Blässhuhn, Saat- und Blässgans sowie die umfassenden Einschränkungen bei der Bejagung des Wasserfederwildes in Vogelschutzgebieten rechtlich haltbar sind. 

Die Ausweisung eines Vogelschutzgebietes bedeutet keineswegs dass dort nicht gejagt werden darf: Im Vorwort der Jagdbestimmungen zur Richtlinie 79/409/EWG (Vogelrichtlinie) wird die Legitimität der Jagd auf beispielsweise Gänse und Enten als eine Form der nachhaltigen Nutzung voll anerkannt, wenn diese Tiere in ausreichender Zahl vorhanden sind.
     
Seit dem 1.Oktober 2014 gilt in Niedersachsen die neue Jagd- und Schonzeitenverordnung. LJN und ZJEN hatten wie andere Verbände des ländlichen Raums im Vorfeld immer wieder auf die Fehlleistungen dieser neuen Verordnung hingewiesen: "Da unsere Argumente und konstruktiven Vorschläge als Interessensvertretung der Jäger und Grundeigentümer seitens des Landwirtschaftsministeriums allerdings keinerlei Berücksichtigung gefunden haben, bleibt unseren Mitgliedern leider nur diese Möglichkeit der rechtlichen Auseinandersetzung", so die beiden Verbandvertreter abschließend. 

Die Landesjägerschaft Niedersachsen ist die Interessensvertretung der Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen und anerkannter Naturschutzverband. Gemeinsamen mit dem ZJEN, dem größten Grundeigentümerverband in Niedersachsen, vertreten die beiden Verbände etwa 300.000 Mitglieder des ländlichen Raums.