Jagd­hunde­wesen in Nieder­sachsen

Eine waidgerechte Jagd ist nur denkbar unter Einsatz von brauchbaren Jagdhunden. Die Anforderungen des heutigen Jagdbetriebs setzen die Maßstäbe zur Klärung der Frage, was denn ein brauchbarer Jagdhund ist. Derzeit ist in Niedersachsen ein Jagdhund brauchbar, der den Anforderungskriterien der Brauchbarkeitsprüfung oder vom Inhalt her vergleichbaren Prüfungen entspricht.
Die Leistungszucht von Jagdhunden – ausgerichtet auf eine strenge Zuchtauslese im Jagdeinsatz – ist an den Fürstenhöfen in Deutschland über viele hundert Jahre betrieben worden.

Deutsch Langhaar Raika von den Horstbueschen DSC 1085
Jaeger Richard Skowronnek 1912

1879 schlossen sich Jagdhundfreunde mit dem Ziel der Förderung der Zucht von Jagdhunden in Hannover zusammen. Sie führten Begriffe der Ethik in die Jagd ein, stellten Gedanken des Tierschutzes anderen Überlegungen voran und prägten den Begriff der Waidgerechtigkeit. Unlösbar damit verbunden verstanden sie darunter vor allem die Jagd mit dem brauchbaren Hund.
Der 1875 als Vereinigung der Jäger gegründete „Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein“, unterstützte durch Veröffentlichungen in seinen Publikationen die Gedanken der Jagdkynologen und half, aktiv deren Ziele der Jägerschaft nahezubringen. In dieser Zeit begann man auch Rassestandards für Jagdhunde zu definieren und mehr danach „rein“ zu züchten, d. h. nur noch solche Hunde zu paaren, die dem Standard einer Jagdhunderasse entsprachen.
Die Leistung im Jagdbetrieb, einheitlich geprüft über ein ständig verfeinertes System, blieb weiterhin Grundlage der Zucht. Bis heute bietet die an der Jagdpraxis ausgerichtete Reinzucht den Jägern die größte Gewähr, dass die Hunde, die im praktischen Jagdbetrieb anfallenden Anforderungen bestmöglich erfüllen.