Zwei Drohnen für die Jägerschaft

8.06.2021 | Allgemein, Naturschutz

Wer zukünftig Drohnen über den Feldern im Neustädter Land sieht, muss nicht besorgt sein. Die Jägerschaft Neustadt sucht vermutlich mit ihren neuen Drohnen nach Kitzen, die sich in den Feldern versteckt halten.

Da die Brut- und Setzzeit mit der Frühjahrsmahd zusammenfällt, kommt es immer wieder zu Vermähungen von vornehmlich jungen Wildtieren. Rehkitze z.B. werden von der Ricke gerne hier abgelegt und verharren regungs- und geräuschlos im hohen Gras. Nur das Muttertier kann sie zum Verlassen bewegen, sodass Mähwerk und Maschine ungehindert über sie hinwegfahren. Schwere Verletzungen oder häufig gar der Tod der Tiere sind unausweichlich.

Um dem Wild diese Qualen zu ersparen, gibt es bereits einige Kooperationen, in denen Jagdpächter und Helfer die zu mähenden Felder absuchen und die Kitze sorgsam aufnehmen und in Sicherheit bringen. Dort bleiben sie, bis die Ricke sie wieder einsammelt.Waren hierfür bisher bis zu zwei Dutzend Helfer im Einsatz, die die Felder durchkämmten, kann die aktuelle Technik hier massiv unterstützen. „So kann mehr Fläche in kürzerer Zeit abgesucht werden“, so Matthias Höhn von der Jägerschaft Neustadt und Drohnenpilot der diesjährigen Aktion Kitzrettung. „Vor allem bei der großen Anzahl der Reviere“, fügt Friedrich Bother, stellv. Vorsitzender der Jägerschaft, hinzu.Ein Team besteht aus einem Piloten, der ausgebildet ist und eine Drohne steuert, und einem Beobachter, der als zweites Augenpaar nicht nur die Umgebung für Hindernisse absucht, sondern per Funk auch sicher die Helfer navigieren kann. Dazu kommt natürlich der jeweilige Jagdpächter, der Landwirt und wenige Helfer zum Aufnehmen der jungen Tiere. „Die Sicherheit erhöht sich zudem Enorm. Für Helfer und Wild“, so Mathias Feise, ebenfalls Drohnenpilot der Jägerschaft Neustadt. Sind die Rehkitze aufgefunden und die Helfer zum Fundort navigiert, wird das Kitz schonend mit Handschuhen und in einem Grasbüschel in einen Karton gelegt und seitlich des Feldes wieder abgelegt. Bis zu 20 Tiere werden so pro Feld gerettet.

Die Anschaffung der Drohnen wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit 60%, jedoch bis maximal 4000€, gefördert. Nachdem dies bekannt wurde, fackelte die Jägerschaft Neustadt nicht lange und beantragte den Zuschuss für zwei „DJI Mavic 2 Enterprise Advanced“. Diese multifunktionalen Drohnen sind durch Austausch der Technik für verschiedene Einsatzzwecke denkbar und können dank der fünf Akkus zu je ca. zwanzig Minuten Flugleistung auch größte Flächen absuchen. Bei einem niedrigen Testflug zur Übergabe am Trap-Stand des Schießstands der Jagdschützen Neustadt e.V. in Schneeren verdeutlichten die Drohnen ihre Leistungen und punktetet mit Auflösung minimalster Temperaturunterschiede. „Höher als 50m können wir nicht fliegen ohne Anmeldung, alleine schon wegen des Fliegerhorsts“, erklärt Frank Göing, kein Jäger, aber technikbegeisterter Naturfreund und Unterstützer der Initiative.

Die Differenz zum Zuschuss bezahlt die Jägerschaft selbst, den Drohnenpilotenschein die Freiwilligen aus eigener Tasche. Und dennoch bleibt das Angebot natürlich kostenfrei, stellt Matthias Höhn klar. „Wir wollen dem Wild helfen Wir haben eine Verantwortung.“Landwirte/Bewirtschafter können sich direkt an die Jägerschaft Neustadt a. Rbge. e.V. an das Team 1, Matthias Höhn, Tel. 0175/2238088, oder Team 2, Mathias Feise, Tel. 0172/3465283, wenden.

Text und Bilder von Tobias Meyer

 

Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V.

Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V.

In der Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V. sind die Jäger der Kreise Neustadt am Rübenberge, Wunstorf und Garbsen organisiert.