Informationen für Nutztierhalter in der Region Hannover

Neustädter Land in der Region Hannover jetzt in der Förderkulisse Herdenschutz für den Wolf

 

Das Niedersächsische Umweltministerium hat von heute, 05.03.2015, an die Region Hannover in die Förderkulisse Herdenschutz aufgenommen.

 

 

Voraussetzung für die Aufnahme war die Feststellung eines Wolfspärchens im Raum Fuhrberg. Die Anerkennung des Landkreises Hannover als Teil der Förderkulisse ermöglicht es Nutztierhaltern, im Raum Hannover ab sofort Präventionsmaßnahmen in Form einer vorsorglichen Beschaffung von

wolfsabweisenden Schutzzäunen und Herdenschutzhunden vom Umweltministerium fördern zu lassen.

 

Wie schon bisher, ist es darüber hinaus weiterhin möglich, Billigkeitsleistungen zum finanziellen Ausgleich bei Nutztierrissen zu beantragen, sofern der Wolf als Verursacher des Nutztierrisses amtlich nachgewiesen ist.

 

Link zur Förderkulisse Wolf 

 

 

 

 

Prävention und Entschädigung

 

 

Entschädigungszahlungen nach Managementplan

Wölfe wandern auf natürliche Weise wieder in ihre ehemals besiedelten Areale ein. Rechtlich sind sie als herrenlose Sachen zu qualifizieren. Für Schäden, die durch wild lebende, herrenlose Tiere verursacht werden, sieht das Gesetz keine Haftung des Staates oder einer anderen Stelle vor. Soweit die Schäden nicht durch vorbeugende Maßnahmen vermieden werden können, sind sie vom Grundsatz her entschädigungslos hinzunehmen.

 

Beim Wolf ergibt sich jedoch eine besondere Situation: Auf der einen Seite bestehen besondere rechtliche Verpflichtungen zu seinem Schutz. In Europa gilt er trotz der erfolgreichen Wiederbesiedlung einiger Gebiete in den letzten Jahren nach wie vor als gefährdete Tierart. Die lange Abwesenheit des Wolfes in unserer Landschaft hat dazu geführt, dass auch die Landbevölkerung den Umgang mit dem Wolf als respektablem Beutegreifer nicht mehr gewohnt ist. Die finanzielle Unterstützung der von der Präsenz des Wolfes am meisten betroffenen Nutzergruppen ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Wolfes.

 

Aus Billigkeitsgründen zahlt das Land Niedersachsen daher im Falle nachgewiesener Schäden an Nutztierbeständen durch wild lebende Wölfe Ausgleichszahlungen an die betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter. Dazu werden auch ausgebildete Jagdhunde im jagdlichen Einsatz gerechnet. Die Zahlungsvoraussetzungen und -modalitäten sind der „Billigkeitsrichtlinie über die Gewährung von Ausgleichszahlungen bei Rissen, Verletzungen und Aborten verursacht durch Wölfe“ (derzeit noch im Entwurf) zu entnehmen. Die Höhe der Ausgleichszahlungen orientiert sich dabei maßgeblich an dem allgemein anerkannten Entschädigungsverfahren nach § 67 des Tierseuchengesetzes. Von besonderer Bedeutung ist eine schnelle Begutachtung des Schadensortes und der Schäden durch die örtlich zuständigen Wolfsberaterinnen und Wolfsberater oder den NLWKN. Diese informieren die betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter über die weiteren notwendigen Schritte.

 

 

 

 

(Grundsätze und Maßnahmen im Umgang mit dem Wolf Nov.  2010)

 

Vorbeugende Sicherungsmaßnahmen nach Managementplan

Für eine hohe Akzeptanz gegenüber wild lebenden Wölfen in Niedersachsen ist es unerlässlich, dass die Schäden an Nutztierbeständen möglichst gering gehalten werden. Für eingestallte Nutztiere besteht keine Gefahr eines Wolfsübergriffs.

 

Durch verschiedene Maßnahmen lassen sich Nutztiere auf Weideflächen vorbeugend gegen Wolfsangriffe sichern. Die Maßnahmenvorschläge orientieren sich im Wesentlichen an den Erfahrungen, die in Sachsen mit den dort angewandten und international abgestimmten Maßnahmen vorliegen, müssen jedoch zukünftig gegebenenfalls weiter an niedersächsische Erfordernisse angepasst werden.

 

Vom Grundsatz her gilt: Vorbeugung hat Vorrang vor der Inanspruchnahme von Ausgleichszahlungen. Wie etwa bei der heute üblichen mobilen Einzäunung von Äckern zur Vermeidung von Wildschäden durch Wildschweine sind auch die Halterinnen und Halter von Nutztieren aufgefordert, in bekannten Wolfsregionen ihrerseits durch Anpassung der Zäune zur Vermeidung von Tierrissen beizutragen.

 

Vorbeugende Sicherungsmaßnahmen werden bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen durch das Land Niedersachsen finanziell gefördert. Hierzu werden spezielle Fördergrundsätze erarbeitet. In besonderen Einzelfällen kann in begrenztem Umfang Zaunmaterial leihweise auf begrenzte Dauer als Sofortmaßnahme zur Verfügung gestellt werden. Hierzu hat der NLWKN im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz so genannte Lappen-zäune sowie Euronetze nebst Zubehör in begrenztem Umfang erworben. Diese können über das Museumsdorf Hösseringen im Landkreis Uelzen für Nordostniedersachsen und die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden für Südniedersachsen ausgeliehen werden.

 

 

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weitere Download Informationen 

Antragsvordruck auf Präventionsmaßnahmen
Antrag_Prventionsmanahmen_2014_11__1_.pd[...]
PDF-Dokument [58.4 KB]
Grundsätze und Maßnahmen im Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen
Der_Wolf_in_Niedersachsen_-_Grundsaetze_[...]
PDF-Dokument [2.6 MB]
Kooperationsvereinbarung zwischen Landesjägerschaft NDS und Umweltministerium 2012
Kooperationsvereinbarung+zum+Umgang+mit+[...]
PDF-Dokument [514.1 KB]
Faltblatt Wolf in Niedersachsen
Faltblatt_Willkommen_in_Niedersachsen_Wo[...]
PDF-Dokument [1.6 MB]