Drückjagd

 

Drückjagden sind eine Kombination der traditionellen Jagdarten Ansitz und Drückjagd. Diese effektive Jagdart kann den Jagddruck auf das Wild für den Rest der Jagdzeit erheblich mindern.

 

 

Die Drückjagd wird meist auf alles Schalenwild (Schonzeitverordnung beachten) sowie Füchse durchgeführt. Wenige, mit den Örtlichkeiten vertraute Treiber beunruhigen das Wild in den Einständen. Das angerührte Wild erscheint dann langsam auf den gewohnten Wechseln und versucht den nächstgelegenen Einstand zu erreichen. Der gedeckt angesetzte Jäger kann die vertraut anwechselnden Stücke sauber ansprechen und sicher erlegen. Wird das Wild dagegen von einer großen Treiberschar mit viel Lärm aus der Dickung gejagt, kommt es den Schützen meist hochflüchtig.

Tipps für die Drückjagd

 

Erfolgreiche Drückjagden sind penibel durchorganisiert. Wildvorkommen, Wetter und Trefferleistung sind genug Unsicherheitsfaktoren. Alles andere muss vorher geregelt sein. Verantwortung und Planung liegt beim Jagdleiter. Wie heißt es so schön beim Fußball: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“. Und um im Bild zu bleiben: Der Trainer (Jagdleiter) kann sich eine noch so ausgefeilte Taktik zurechtlegen, wenn die Spieler auf dem Feld (die Schützen im Wald) sie nicht umsetzen, war alles für die Katz’.

 

Deshalb nachfolgend ein paar Tipps, die für einen Erfolg notwendig sind. Besondere Berücksichtigung findet dabei der Aspekt, wie bei einer notwendigen Nachsuche dem Schweißhundführer die Arbeit erleichtert werden kann.

 

Drückjagd-Vorspiel

 

Reviernachbarn über Jagdtermin und eventuelle Suchen informieren

Zettel mit Telefonnummern von Jagdherr, Anstellern, Schweißhundeführer und Tierarzt verteilen oder auf Anschusskarte vermerken.Falls vorhanden: Ortskundige Begleitpersonen für eventuelle Suchen bereithalten.Laminierte Revierkarte mit Ständen für Nachsuchenführer.Einladung und Gästeliste

Ausreichend Nachsuchenführer müssen frühzeitig informiert sein, denn ihr Arbeitsplan ist meistens schon im Sommer voll. Die Männer sollten bereits bei der Begrüßung vorgestellt werden, damit alle Meldungen und relevanten Beobachtungen ihnen mitgeteilt werden können. Es sei denn, der Jagdleiter und ein Beauftragter koordiniert das Geschehen.

Tütchen für Schützen: Standkarten, Bleistift, 1 Meter Markierungsband, Sicherheitsbelehrung/Freigaben, Telefonnummern/Adressen, eventuell kleiner Imbiss

 

Drückjagd-Schützenleistung

 

Ausreichend dimensioniertes Kaliber: Das Wild hat mehr Adrenalin im Blut, daher ist es schusshärter. 8 Millimeter oder mehr sollten es sein. Durchmesser geht vor Rasanz, da die meisten Stücke auf kurze Entfernung beschossen werden.

Vor der Jagd mit der Drückjagdwaffe trainieren, zum Beispiel durch einen Schießkino-Besuch. Die „Winterwaffe“ mit kleinem Glas muss zur Routine werden.

Genaue Orientierung auf dem Stand: Schussmöglichkeiten, Kugelfang, Standnachbarn. Die Schussbereiche müssen durchdacht sein. Anhand von Einständen, Wechseln und Wind schon eine Grundausrichtung vornehmen.

Wichtige Dinge griffbereit platzieren: Ersatzpatronen, Fernglas, Entfernungsmesser oder Handy.

Augen und Ohren auf: Rotten oder Rudel kündigen sich häufig durch Knackgeräusche an. Der Hundelaut verrät ebenfalls, ob sich etwas in Richtung des Standes bewegt. Wenn es schnell gehen muss, immer am schwächsten Stück orientieren. Gründe dafür, den Finger auch mal gerade zu lassen: Nicht sicher anzusprechen, zu kompaktes Rudel/Rotte, zu weit, zu schnell, nicht breit, mangelnde Sicherheit usw. Der Maßstab sollte sein: Das Stück ist richtig, ich treffe sicher und gut. Das ist zwar keine Garantie, aber zumindest muss sich der Schütze hinterher nicht vorwerfen, grob fahrlässig mit dem Leben eines Wildtieres umgegangen zu sein. Spätestens wenn man 2 ungeklärte Anschüsse „produziert“ hat, sollte man für den Rest des Tages zum stillen Beobachter werden.

 

Drückjagd-Nachspiel

 

 

Anschuss merken. Möglichst eine Standkarte, auf der alle wichtigen Informationen vermerkt sind, ausfüllen. Verendet das Stück in Sichtweite, ist alles perfekt. Zieht das Stück allerdings weg, beginnt die Arbeit für andere. Der Stand ist während der Jagd nicht zu verlassen. Nach Hahn in Ruh sollte der Anschuss und die Fluchtrichtung verbrochen oder mit einem Band so markiert werden, dass diese Marke vom Stand aus zu sehen ist.

Dem Ansteller alle Schüsse melden, auch die vermeintlich gefehlten. Beim erlegten Stück auf weitere Schüsse achten, damit nicht unnötig nachgesucht wird.

Das Bergen von erlegten Stücken ist selbstverständlich. Dabei nicht vergessen, dass eine Schleifspur für einen Schweißhund eine Krankfährte ist. Am besten hält sich der Schütze für die Einweisung des Nachsuchengespannes und das Bergen bereit. Ansonsten sollte man den Abtransport durch ein vorher vereinbartes Zeichen markieren und für Rücksprachen die Handynummer angeben.

Weitere Wildbeobachtungen melden: Das sind wichtige Informationen über die Wilddichte und wo das Wild unter Druck hin wechselt.

 

Quelle: DJZ/Armin Liese