Bestätigte Schweißhundeführer in der Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V.

 

Martin Barczak

Hansastr. 16

30823 Garbsen

Tel.: 05137/74981oder 0174/9274942

 

HS – Hannoverscher Schweißhund

 

 

 

Bernd Schmidt

Speckmannsweg 12

30826 Garbsen

 

Tel.: 05131/54510 oder 0152/09471830

 

BGS – Bayrischer Gebirgsschweißhund

 

 

 



Nachsuchenführer Landesjägerschaft Niedersachen

Bestätigte Schweißhundeführer der Landesjägerschaft Niedersachsen / Stand 09/2014
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Quelle Bild :Nachsuchenring Bergstrasse Odenwald

Als Nachsuche wird im Jagdbetrieb das Verfolgen, Auffinden und Zurstreckebringen (Erlegen) von verletztem, meist angeschossenem oder angefahrenen Wild bezeichnet. Ziel der Nachsuche ist es, sowohl verletztes Wild vor langem Leiden zu bewahren und zügig zur Strecke zu bringen als auch bereits verendetes, aber nur schwer aufzufindendes Wild schnell zu bergen, vornehmlich um das wertvolle Wildbret (Wildfleisch) vor dem Verderben zu bewahren.

 

Man unterscheidet die meist einfacheren Totsuchen von der häufig aufwendigeren und anspruchsvolleren Lebendnachsuche. Bei der Lebendnachsuche muss das Nachsuchen Gespann (Hundeführer mit Hund) das Wild unter Umständen über Tage hinweg nachsuchen. Jeder brauchbare (geprüfte) Jagdhund sollte in der Lage sein, einfache Nachsuchen erfolgreich zu bewältigen. Jeder Revierpächter ist zur Vorhaltung eines brauchbaren Hundes verpflichtet. Aufwendige und komplizierte Nachsuchen sind den Schweißhunden als Nachsuchen Spezialisten anzutragen.

 

Wild, das an Verkehrsunfällen beteiligt war und nach dem Zusammenprall aus der Sichtweite geflohen ist, muss nachgesucht werden. Das Unterlassen der Nachsuche, respektive das Unterlassen der zügigen Meldung des Wildunfalls beim zuständigen Revierförster, dem zuständigen Jagdpächter oder der zuständigen Polizeistation, stellt einen tierschutzrechtlichen Verstoß dar, da das verletzte Wild bei unterlassener Nachsuche über Tage und auch Wochen nach dem Unfall noch dahinsiechen kann und unnötig lang leiden muss.

Die Nachsuche ist ausschließlich dem ausgebildeten Jäger zu überlassen.

 

Die Unfallstelle und die vermeintliche Fluchtstrecke des Wildes darf in keinem Fall abgelaufen werden, weil durch das Vertreten der für das menschliche Auge kaum sichtbare Pirschzeichen (Jägersprache für Spuren, Blut, Fell, Knochen, Gewebe etc.) die Nachsuche verunmöglicht oder extrem erschwert werden kann. Auch nach vermeintlichen Fehlschüssen soll der Anschuss des Wildes gründlich untersucht werden.

 

Die Spezialisten für Nachsuchen sind die Schweißhunde. Sie zeichnen sich durch ungewöhnliche Nasenstärke, Ruhe, Wesensfestigkeit und Finderwillen aus. Ein Schweißhund kann unter Umständen sogar ein oder zwei Tage nach der Verletzung des Wildes und auch bei regnerischem Wetter das Wild in mehreren Kilometern Entfernung finden und stellen.

 

Bei der Nachsuche vermag der Hund die Individualspur des verletzten Wildes von kreuzenden, frischeren Spuren anderen Wildes zu unterscheiden und widersteht auch der Versuchung, auf eine frischere Spur zu wechseln, obwohl diese für den Hund als sogenannte Verleitfährte attraktiver sein könnte.

 

Vor Aufnahme der Nachsuche sind so bald wie möglich durch einen erfahrenen Jäger, im Idealfall den Schweißhundeführer selbst, die Pirschzeichen (Spuren, Haare, Blut, Knochen- und Gewebefunde) am Anschuss (Ort, an der das Wild getroffen wurde) oder an der Unfallstelle zu untersuchen und zu sichern. Wird anhand der Pirschzeichen von einer tödlichen Verletzung (z. B. Herz- oder Lungenbeteiligung) ausgegangen, sollte unverzüglich nachgesucht werden, um das Wildbret nicht verderben zu lassen.

 

Ist von einer nicht sofort tödlichen Verletzung auszugehen, sollte die Nachsuche nach einigen Stunden Wartezeit aufgenommen werden. In der Wartezeit kann das Wild Adrenalin abbauen. Es wird hierdurch vermieden, dass es, unter Adrenalineinfluss stehend, noch über weite Strecken verfolgt werden muss.

Es ist üblich und stets erwünscht, das der Jäger, der eine Nachsuche vornehmen lässt, bei der Nachsuche anwesend ist. Das Erlegen (Abfangen) des verwundeten („kranken“) Wildes bleibt dem Hundeführer vorbehalten, der beim Einsatz einer Schusswaffe oder eines Messers außerdem dafür Sorge zu tragen hat, dass sein Hund dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

 

Es ist jagdlicher Brauch, dass der Hundeführer dem Jäger der Erlegerbruch überreicht, von dem der Jäger wiederum einen Teil dem erfolgreichen Hund unter das Halsband („Halsung“) steckt, um ihn zu ehren.

Schweißhunde und ihre Hundeführer sind Spezialisten, die gerade für schwierige oder voraussichtlich lange Nachsuchen erforderlich werden. Da die Leistung der Schweißhunde nur durch häufigen Nachsuchen Einsatz und Training erhalten werden kann, sind gute Hunde selten und teuer.

 

Die Masse der Jagdpächter könnte kaum den hohen persönlichen Einsatz für die Schweißhundeausbildung und Führung erbringen. Die Schweißhundeführer sind daher bei den Landesjagdverbänden, den lokalen Jägervereinigungen und den Unteren Jagdbehörden registriert, damit die Jägerschaft gegebenenfalls Hilfe bei einer nahegelegenen Schweißhund Station erbitten kann.

 

Bei der Nachsuche von krankgeschossenem oder schwerkrankem (verletztem) Wild, das in einen fremden Jagdbezirk wechselt, kann die Nachsuche nur dann vorgenommen werden, wenn mit dem Jagdausübungsberechtigten dieses Jagdbezirkes eine schriftliche Vereinbarung über die Wildfolge abgeschlossen ist.