Wildunfall

Wildunfall im Waldreichen Gebiet

Häufig werden Wildunfälle im Ausmaß unterschätzt. Ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne.

Die meisten Unfälle passieren in den Abend- und frühen Morgenstunden, wobei Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen besondere Gefahrenschwerpunkte darstellen. Hier ist mit regelmäßigem Wildwechsel zu rechnen, da die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder ziehen und danach wieder den Schutz des Waldes aufsuchen. Diese Gefahrenbereiche sind mit dem Schild “Achtung, Wildwechsel” gekennzeichnet.

 

 

Wildunfall: Ab 80 wird es gefährlich / Quelle: DJV

Wie ein Wildunfall am besten verhindert werden kann

 

Wird durch Warnschilder “Wildwechsel” angezeigt, sofort Fuß vom Gas, langsam und konzentriert fahren. Wald- und Straßenränder sorgfältig im Auge behalten und bremsbereit sein. Denn in etwa 80 Prozent aller Fälle taucht das Wild nur 20 Meter und kürzer vor Ihrem Fahrzeug auf. Wer da zu schnell fährt, hat keine Chance mehr.

Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, während der Nacht und bei Nebel.

Besonders gefährlich sind neue Straßen, die durch Waldgebiete führen, weil Wild die gewohnten Wechsel beibehält.

Ein Tier kommt selten allein. Immer mit “Nachzüglern” rechnen.

Nachts in bewaldeten Gegenden – wann immer möglich – mit Fernlicht fahren. So wirken die Augen der Tiere wie Rückstrahler und sind besser zu erkennen. Taucht Wild im Scheinwerferlicht auf, sofort abblenden, bremsen und hupen.

 

Wenn ein Unfall unausweichlich ist:

 

Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie hektische Lenkbewegungen. Halten Sie das Lenkrad gut fest, steuern Sie geradeaus und bremsen Sie. Ein kontrollierter Aufprall ist zumeist weniger riskant als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver. Auch wenn es hart klingt, weichen Sie nicht aus. Denn durch Ausweichen passieren oft noch schlimmere Unfälle als durch einen Zusammenstoß mit dem Tier.

Nehmen Sie daher lieber einen Aufprall des Tieres in Kauf, als reflexartig in eine andere Richtung zu steuern.

 

Quelle: Barmenia Versicherungen

 

 

Besondere Vorsicht ist in Ausflugsgegenden geboten. Dort wird Wild oft aufgescheucht.

Von September bis Januar und von Juli bis August ist sogenannte Blatt- oder Brunftzeit. Viele Tiere sind auf “Brautschau”, ihre Reaktionen sind dann spontaner und deshalb für die Kraftfahrer noch gefährlicher.

Bei Rast in Waldgebieten: Auf Rastplätzen und Wegen bleiben. Das Wild nicht beunruhigen. Es könnte sonst flüchtig werden und andere Kraftfahrer gefährden. Und ganz wichtig: Hunde in Wald und Feld nicht frei laufen lassen!

Aufprallgewicht von Wildtieren / Quelle.DJV

 

 

 

Was zu tun ist, falls es doch gekracht hat

 

Lässt sich ein Zusammenprall mit dem Wild nicht vermeiden, Lenkrad gut festhalten und weiterfahren. Auf keinen Fall ausweichen. Ausweichmanöver können schlimme Folgen haben. Auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Nach einem Unfall: Sofort Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle absichern.

Das Tier an den Randstreifen schaffen, damit keine Folgeunfälle passieren.

Wegen eventueller Tollwutgefahr das Tier nicht mit bloßen Händen anfassen.

Wild niemals mitnehmen! Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig. Strafanzeige droht!

Einem angefahrenen und verletzten Tier, das flüchtig ist, niemals folgen. Für die spätere Meldung Fluchtrichtung merken oder markieren. So kann der Jäger oder Förster später mit einem ausgebildeten Hund dem verletzten Tier folgen und es von seinem Leiden erlösen

Unfall unverzüglich am besten der Polizei melden. Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen lassen. Das ist wichtig für den Schadensersatzanspruch.

 

 

Quelle: DJV