Wolfsberatung in Niedersachsen

Seit 2008 gab es in Niedersachsen wieder Hinweise und Nachweise von Wölfen. Grundsätzlich können in allen Landesteilen und zu jeder Zeit Wölfe auftauchen.

Mit der Anwesenheit von Wölfen gibt es Informationsbedarf in der Bevölkerung, bei den privaten Tierhaltern und Landwirten, da wir verlernt haben mit dem Wolf unaufgeregt zu leben. Länder in denen der Wolf nie verschwunden war, zeigen uns auf, dass und wie dies geht.

Auch aus diesem Grund hat das Land Niedersachsen eine Gruppe von sogenannten Wolfsberatern ernannt, die über das Land verteilt mit Rat und Tat allen Interessierten Bürgern ehrenamtlich zur Verfügung stehen. Auch nehmen sie alle Sichtungen oder Spuren auf, um Klarheit über Wolfsvorkommen zu erhalten. Wenn Sie Fragen haben oder Meldungen abgeben möchten, können Sie sich gern an die Wolfsberater wenden.

wandernder Wolf - Canis lupus

Wolfsberater Jägerschaft Neustadt / Region Hannover / Niedersachsen

Allgemeine Informationen und Beratung rund um den Wolf sowie zum fachgerechten Schutz Ihrer Tiere erhalten Sie bei dem Wolfsberater der Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V.

Helge Stummeyer – Jägerschaft Neustadt am Rübenberge e.V.
Wolfsberater die für Region Hannover
Tel.: 0151 275 261 76 oder 05073-924027
Kontakt: wolfsberater@jaegerschaft-neustadt-rbge.de

Wolf frontal - Canis lupus

Der Wolf – Rückkehrer im Neustädter Land

Die ehemals heimische Tierart Wolf kehrt nach Deutschland zurück. Junge, einzelne Tiere wandern aus anderen Ländern (z.B. Polen und Italien) wieder ein und streifen auch in Niedersachsen umher. Junge Wölfe verlassen ihre Eltern und deren Territorium spätestens mit dem Erreichen der Geschlechtsreife als zweijährige Tiere. Sie begeben sich auf die Suche nach einem eigenen Territorium und einem Paarungspartner. Auf der Wanderschaft können pro Tag Strecken bis zu 70km zurückgelegt werden.

Wolf steht auf einem Felsen - Canis lupus
Wölfe stehen auf einem Felsen - Canis lupus

Ein eigenes Territorium zeichnet sich durch genügend Beutetiere sowie einen Rückzugsbereich aus, in dem die Welpen großgezogen werden können. Der Wolf benötigt keine pure Wildnis, er geht dem Menschen aus dem Weg. Bereiche, die tagsüber von Menschen genutzt werden, können nachts durchaus von Wölfen belaufen werden. Die Territoriumsgröße einer Wolfsfamilie beträgt in Deutschland ca. 250-350km². Das Gebiet wird mit Kot und Urin markiert und gegen fremde Wölfe verteidigt. So bleibt die Anzahl der Wölfe in einem Gebiet relativ konstant.

Wölfe unterliegen in Niedersachsen nicht dem Jagd-, sondern dem Naturschutzrecht.

Sie gehören durch eine Vielzahl nationaler und internationaler Übereinkommen zu den am strengsten geschützten Arten.

Das Wolfsrudel

Hat ein Jungwolf ein geeignetes Gebiet sowie einen Paarungspartner gefunden, gründet er eine Familie, das Wolfsrudel. Diese grundlegende soziale Einheit besteht aus einem fortpflanzungsfähigen Paar, dem Rüden und der Fähe, sowie deren Nachwuchs von ein bis zwei Generationen. In dieser Gruppe besteht keine strenge Rangordnung, wie es von Beobachtungen bei Gehegetieren bekannt ist.

Wölfe - Canis lupus
Wolf mit Welpen - Canis lupus

Nach der Ranzzeit im Januar bis März werden nach der Tragzeit von 63 Tagen bis zu 11 Welpen in einer Wurfhöhle gewölft. Die blind und taub geborenen Welpen werden die ersten drei Wochen von der Fähe im Bau gesäugt, danach sind sie außerhalb des Baus aktiv. Das gesamte Rudel beteiligt sich an der Welpenaufzucht. So werden die Welpen zum Beispiel mit Fleisch versorgt, indem die Eltern oder die älteren Geschwister an einem Riss fressen, zu den Welpen laufen und es dort das gefressene Fleisch wieder hervorwürgen. Als Helfer lernen die Jährlinge so alle Verhaltensweisen, die sie später in der Selbstständigkeit benötigen.

Beutetiere

Die Wölfe in Deutschland ernähren sich überwiegend von den drei Schalenwildarten Rehwild, Rotwild und Schwarzwild, wobei Rehwild über 50% der gefressenen Biomasse ausmacht. Sie fressen aber auch Aas, Früchte und Kleinsäuger. Nahrungsanalysen zeigen, dass Wölfe bei ihren Beutetieren selektieren: Der überwiegende Teil der Beutetiere weist mäßige bis schlechte Kondition auf. Wölfe tragen also dazu bei, den Wildbestand gesund zu halten und deutlich zu reduzieren.

Zudem wird z.B. beim Rotwild auch nach Altersklassen selektiert. Über 65% der Beutetiere sind Kälber.

Ein Wolf benötigt pro Tag ca. 4 kg Fleisch. Aufs Jahr gerechnet entspricht das ca. 65 Rehen, 9 Stück Rotwild und 16 Wildschweinen. Für ein Rudel bestehend aus zwei Elterntieren, zwei Jährlingen und vier Welpen und einem Streifgebiet von 300km² ergibt sich ein theoretischer Bedarf von 1,3 Rehen, 0,18 Stück Rotwild und 0,33 Wildschweinen pro Jahr auf 100ha.

Wölfe an Beute - Canis lupus

Jährliche Beutemenge eines Wolfes

Rehe

Wildschweine

Rotwild

Probleme

Das Beutespektrum der Wölfe erstreckt sich aber auch in ungünstigen Fällen auf den Bereich der Landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Schafe in Freilandhaltung stehen hier nach Erkenntnissen der letzten Jahre im Mittelpunkt des Beuteschemas, aber auch Rinder und teilweise auf Pferde sind durch den Wolf gefährdet.

weidende Schafe