Jagdhundeprüfungen

der Jägerschaft Neustadt am Rübenberge

Jagdhundewesen in Niedersachsen

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Eine waidgerechte Jagd ist nur denkbar unter Einsatz von brauchbaren Jagdhunden.

Die Anforderungen des heutigen Jagdbetriebs in Niedersachsen setzen die Maßstäbe zur Klärung der Frage, was denn ein brauchbarer Jagdhund ist. Die Jägerschaft überprüft stets von Neuem, ob sich die Anforderungskriterien wandeln und definiert danach die Inhalte der zur Feststellung der jagdlichen Brauchbarkeit nötigen Prüfungsinhalte.

Derzeit ist in Niedersachsen ein Jagdhund brauchbar, der den Anforderungskriterien der nachstehend aufgeführten Brauchbarkeitsprüfung oder vom Inhalt her vergleichbaren Prüfungen entspricht.

Zusätzlich gibt es noch viele verschiedene Zuchtprüfungen der unterschiedliche Zuchtvereine der Jagdhunde, deren Ergebnisse bei der Brauchbarkeitsprüfung teilweise anerkannt werden oder diese sogar ersetzen.

Jagdhundeprüfungen

Einige Jagdhundeprüfungen werden durch die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. durchgeführt. Die Prüfung erfolgt dann durch die örtliche Jägerschaft. Zugelassen sind alle Hunde, die im Phänotyp aussehen wie die anerkannten Jagdhunderassen. Es gibt zwei Arten von Prüfungen:

1. Brauchbarkeitsprüfung (BrP) und

2. Spezialprüfungen.

    Prüfungsinhalte

    Brauchbarkeitsprüfung (BrP) für alle anerkannten Jagdhunderassen:
    – Schussfestigkeit
    – Schleppen
    – Schweiß (Übernachtfährte)
    – Wasser
    – Verlorensuche
    – Gehorsam

    Spezialprüfung für Nachsuchenhunde:

    • Schussfestigkeit
    • Schweiß; Übernachtfährte (1 000 m)
    • Gehorsam
    • Anschneideprüfung

    Spezialprüfung für Stöberhunde:
    Voraussetzung zur Zulassung zur Prüfung:

    • Schussfestigkeit
    • Stöbern
    • Gehorsam
    • Anschneideprüfung

    Bei Spezialhunden (Schweiß-, Erd-, Stöberhunden und Bracken) beschränkt sich die jagdliche Brauchbarkeit (nach NJagdG) auf bestandene Prüfungen in deren Spezialfächern.

    Andere Jagdhundeprüfungen werden durch den Jagdgebrauchshundverband (JGHV) durchgeführt. Die Prüfung erfolgt dann durch Prüfungsvereine (Jagdgebrauchshundverein) oder Zuchtvereine, wie z. B. VDD Verein Deutsch-Drahthaar, DTK Deutscher Teckel Klub. Zugelassen sind nur Jagdhunde mit JGHV-Ahnentafel (Sperlingshund) bzw. FCI- oder VDH-Ahnentafel.

    Es gibt drei Arten von Prüfungen:

    1. Anlage- bzw. Zuchtprüfungen,

    2. Gebrauchsprüfungen und

    3. Verbandsschweißprüfungen.

      Prüfungsinhalte

      Anlage- bzw. Zuchtprüfungen z. B. VJP und HZP (Vorstehhunde), Spurlaut (Teckel), Stöbern (Wachtel und Bracken)

      VJP (Anlage bzw. Zuchtprüfung):

      • Schussfestigkeit
      • Suche
      • Spurarbeit
      • Nase
      • Führigkeit

      HZP (Anlage bzw. Zuchtprüfung):

      • wie VJP zzgl.
      • Wasserarbeit
      • Schleppen
      • Bringen

      Jagdliche Brauchbarkeit mit HZP und Zusatzprüfung in den Fächern Schweiß (Übernachtfährte), Verlorensuche und Gehorsam.

      GP, VGP ÜF: umfangreiche Gebrauchsprüfungen („Meisterprüfung“) mit Prüfungsinhalten – vor dem Schuss und nach dem Schuss

      Mit diesen Prüfungen sind die Hunde selbstverständlich nach dem NJagdG brauchbar (mit Übernachtfährte)

      VSwP / Fährtenschuhprüfung:

      • Schussfestigkeit
      • Lautnachweis
      • 20 oder 40 Stunden Fährten mit Schweißfährte über 1 000 m Länge

      Bei Spezialhunden (Schweiß-, Erd-, Stöberhunden und Bracken) beschränkt sich die jagdliche Brauchbarkeit auf bestandene Prüfungen ihrer Zuchtvereine in deren Spezialfächern.

      Abkürzungen

      AZP Alterszuchtprüfung
      BrP Brauchbarkeitsprüfung
      Btr Bringtreueprüfung (am Fuchs)
      BP Bauprüfung
      DGStB 28808 Hund hat eine VGP bestanden und ist unter dieser Nummer im DGStB eingetragen
      D Derby
      g gut
      gen genügend
      gew geworfen, gewölft
      Gs Gebrauchsieger
      GP Gebrauchsprüfung
      / Härtenachweis
      HZP Verbands-Herbstzuchtprüfung
      HN Härtenachweis
      IKP Internationale Kurzhaarprüfung
      JP Jugendprüfung
      JGHV Jagdgebrauchshund-Verband
      \ Lautjager
      LZ Leistungsziffer
      PO Prüfungsordnung
      Sw I Verbands-Schweißprüfung auf der 20 Std. Fährte mit sehr gut / I. Preis bestanden
      Sw II Verbands-Schweißprüfung auf der 20 / 40 Std. Fährte mit gut / II. Preis bestanden
      sg sehr gut
      sg / v Hund wurde auf Form- und Haarwert beurteilt und
      mit der Formwertnote „sehr gut“ und der Haarwertnote
      „vorzüglich“ bewertet
      S Solms (Herbstzuchtprüfung des DK-Verbandes) SchwhN Schweißprüfung auf natürlicher Wundfährte
      — Totverbeller
      I Totverweiser
      VJP Verbands-Jugendprüfung
      VGP Verbands-Gebrauchsprüfung
      VSwP Verbands-Schweißprüfung
      Vbr Verlorenbringerprüfung auf natürlicher Wundspur (Hase oder Fuchs)
      VZPO Verbands-Zuchtprüfungsordnung(en)
      VGPO Verbands-Gebrauchsprüfungordnung
      VPS Verbandsprüfungen nach dem Schuss VSwPO Verbands-Schweißprüfungsordnung VFSPO Verbandsfährtenschuhprüfungsordnung WT Wurftag
      wdl Waidlaut
      sil sichtlaut
      spl spurlaut
      st stumm
      ? Laut fraglich
      ZB-Nr. 224 / 98 eingetragen ins Zuchtbuch unter der Nr. 224 im Jahr 1998